Die Wirtsleute Sandra und Richard Braun fürchten, dass ihre Gäste ausbleiben – und das zur besten Biergartenzeit. © Gehre
Grafrath – Die Gemeinde Grafrath (Kreis Fürstenfeldbruck) ist ab kommender Woche quasi abgeschnitten. Die Bundesstraße 471 wird saniert. Auf dem Stück zwischen Grafrath und der A96 wird zwar gar nicht gebaut, trotzdem ist die Strecke komplett gesperrt. Bürgermeister Markus Kennerknecht hat aus der Zeitung von der Maßnahme erfahren. Er ist stinksauer – und will nun mit der Polizei und dem Straßenbauamt verhandeln. Notfalls werde er klagen, kündigt er an. Das Thema hatte bereits im Gemeinderat für große Aufregung gesorgt. Die Kommunalpolitiker sorgen sich, ob Post, Pflegedienste oder Rettungswagen ihre Gemeinde noch erreichen können – aber auch, wie die Supermärkte beliefert werden.
Richard Braun hat noch ganz andere Sorgen. Er ist Wirt des Dampfschiffs in Grafrath. Doch diesen Sommer wird es für seine Gäste schwer, in die Traditionsgaststätte zu kommen. Und das genau in den umsatzstärksten Wochen des Jahres. „Das ist eine Katastrophe“, sagt Braun. Er geht von einem Umsatzrückgang von bis zu 90 Prozent aus. Ohne die Zufahrt aus Süden über die Bundesstraße werden wohl kaum Gäste kommen, fürchtet er.
Verantwortlich für die Sperrung ist das Staatliche Bauamt Freising. Und das verteidigt die Maßnahme. Man wolle so vermeiden, dass der Durchgangsverkehr von der Autobahn bis Grafrath fährt und sich dann Schleichwege sucht. Vor allem große Lastwagen hätten keine Möglichkeit zu wenden, sagt ein Sprecher. Deshalb sei an der Vollsperrung nicht mehr zu rütteln. Die Arbeiten sollen voraussichtlich bis 4. September dauern – eventuell geht es schneller.AD/TOG