Peter Scharf aus Bischofswiesen. © kp
In Peter Scharfs Kopf hat es die Schwerkraft nicht leicht. Denn bei dem 58-Jährigen aus Bischofswiesen (Kreis Berchtesgadener Land) dreht sich einfach alles ums Fliegen. Es ist nicht nur sein Hobby, sondern auch sein Lieblingsthema. Und er hat genug zu berichten von seinen Abenteuern in der Luft. Akribisch hat er viel davon in Fotobücher einsortiert. Fast zu jedem Bild gibt es eine Anekdote.
Eigentlich hätte er schon in den 80ern abheben können. Scharf war damals Zeitsoldat, Gebirgsjäger und Stabsunteroffizier. Damals wurde sein Interesse für die Hubschrauber geweckt. Er hätte bei der Bundeswehr eine Pilotenausbildung machen können, schlug dann aber einen anderen Weg ein. Die Liebe hielt ihn in der Region. Er entschied sich für einen kaufmännischen Berufsweg bei der Sparkasse. Und er engagierte sich bei der Feuerwehr und hatte so auch immer wieder Kontakt zum Team des Rettungshubschraubers. Und dann kam der Orkan Kyrill und fegte 2007 durch Europa. Die Schäden waren verheerend, vor allem in den Bergwäldern. Die Staatsforsten brauchten Hilfe aus der Luft – auch um den Borkenkäfer zu bekämpfen, für den das Sturmholz ein Glücksfall wurde. Damals verfolgte Scharf genau, wie die Helis abhoben und landeten. Irgendwann stellte ihm ein Helfer die Frage: „Willst du mal mitfliegen?“ Natürlich ließ er sich die Gelegenheit nicht entgehen. Er kehrte begeistert zurück, unterstützte das Helfer-Team vom Boden aus, belieferte es zum Beispiel mit Brotzeiten – bis enge Freundschaften entstanden. Seither ist Scharf immer dabei, wenn es seine Zeit zulässt. Bei Waldbränden, Materialtransporten oder allen anderen Einsätzen. Und längst fliegt er nicht mehr nur als helfender Passagier mit – sondern auch als Navigator, der die Koordinantion mit der Feuerwehr übernimmt. Auch beim Waldbrand am heimischen Saurüsselkopf in Ruhpolding flog er an zwei Tagen bei den Löscheinsätzen mit. Das Fliegen wird für ihn ein Hobby bleiben. „Aber auch meine ganz große Leidenschaft.“KILIAN PFEIFFER