Gestern ist ein Zweibeiner-Kind am See in Brennnesseln gefallen und hat furchtbar geweint. Klara und ich wussten zuerst gar nicht, was los war. Uns Enten können Brennnesseln nämlich gar nichts anhaben. Aber auf der nackten Haut von Menschen fühlen sie sich gar nicht gut an, schnatterte uns Agnes.
„Die heißen nicht umsonst Brenn-Nesseln“, meinte sie. „Sie verursachen einen stechenden oder brennenden Schmerz auf der Haut, oft verbunden mit starkem Juckreiz.“ Und dann legte Agnes richtig los: „Sie haben klitzekleine Stacheln an den Blättern“, quakte Agnes. „Das sind die Brennhärchen. Aber es gibt sie nur an bestimmten Stellen. Oben auf der Fläche des Blattes brennt es nicht, denn dort sind auch keine Stacheln. Sie befinden sich am Blattrand und sind unheimlich spitz und wie kleine Waffen nach außen gestreckt. Aufgebaut sind sie wie Röhrchen, von innen hohl. Drinnen befindet sich ein Giftstoff, der freigesetzt wird, wenn diese Röhrchen brechen. Ist das Härchen gebrochen, spritzt das Gift in die Haut und löst dieses unangenehme Brenn-Gefühl aus. Die Brennnessel schützt sich auf diese Weise vor allen, die ihr etwas Böses wollen: Tiere, die sie auffressen wollen und nicht so schützende Federn haben wie wir, oder Zweibeiner, die sie pflücken wollen. Ganz schön raffiniert, was?“ Außerdem erfuhren wir von Agnes, dass manche Schmetterlinge sogar ihre Eier unter die Blätter der Brennnessel legen, um sie so vor Fressfeinden zu schützen. Eure Paula