Der Waldbrandindex heute in Bayern. Rot steht für Gefahrenstufe 4, die höchste Stufe 5 gilt noch nicht.
Freudenberg – Seit 40 Jahren ist Christof Strobl bei der Feuerwehr. Aber einen solchen Brand auf so einer Fläche, in so einer Topografie habe er noch nie erlebt, sagte der Kreisbrandrat über das Feuer, das am Freitagabend auf dem Johannisberg bei Freudenberg in der Oberpfalz entdeckt wurde. Rund 300 Einsatzkräfte rückten an, um eine Ausbreitung des Brandes zu verhindern. Ein Hubschrauber unterstützte aus der Luft. Am Samstag gab es dann Entwarnung. Das Feuer auf einer Fläche von 5,7 Hektar breite sich nicht weiter aus, so die Feuerwehr. Der Abwurf von 10.000 Litern Löschwasser habe Wirkung gezeigt. Bei dem schwierigen Einsatz in dem unwegsamen Gelände am Johannisberg wurden sieben Feuerwehrleute verletzt.
Am Sonntag waren weiterhin 200 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Bergwacht, Bayerischem Roten Kreuz und Technischem Hilfswerk vor Ort. Das Feuer sei zwar unter Kontrolle, aber noch nicht gelöscht, meldete die Kreisbrandinspektion Amberg-Sulzbach. Man gehe davon aus, dass die Löscharbeiten noch mehrere Tage andauern werden. Eine Gefahr für die Einsatzkräfte stellten nun umstürzende Bäume, herabfallende Baumteile und Glutnester am Boden dar. Zu den verletzten Feuerwehrleuten hieß es von der Kreisbrandinspektion, es gehe ihnen gut. Keiner von ihnen befinde sich im Krankenhaus.
Auch in Bad Reichenhall kämpfen Einsatzkräfte gegen ein Feuer, das am Freitagabend vermutlich durch einen Blitzschlag am Hochstaufen ausgebrochen ist. Da aufgrund des Windes und der hohen Temperaturen befürchtet wurde, dass sich das Feuer ausbreiten könnte, wurde noch in der Nacht das Reichenhaller Haus evakuiert. Pächter und Übernachtungsgäste wurden per Hubschrauber ins Tal geflogen. Entgegen schlimmster Befürchtungen breitete sich das Feuer über Nacht jedoch nicht aus. Regen half gegen die Flammen, die Glutnester bekämpfen die Einsatzkräfte nun teils per Hand. Die Löscharbeiten dauern an. Gleiches gilt für den Waldbrand im Chiemgau an der Lackenbergwand. Auch hier suchen die Einsatzkräfte noch weiter nach Glutnestern.OSS