Feuer zerstört 110 Jahre alte Alm

von Redaktion

Alpe Mohr im Oberallgäu brennt komplett ab

Die Alpe Mohr in Oberstaufen vor dem Brand. © Privat

Meterhohe Flammen: Die Feuerwehr versuchte alles, um die Alpe zu retten. © EinsatzReport24

Oberstaufen – Die Alarmierung kam Sonntagnacht kurz vor 23 Uhr: Auf der beliebten Alpe Mohr oberhalb von Oberstaufen im Kreis Oberallgäu war ein Feuer ausgebrochen, das alles zerstörte. Als die ersten Feuerwehrler eintrafen, brannte die Hütte schon lichterloh. Flammen züngelten sich durchs Holz der 110 Jahre alten Hütte, Balken barsten mit einem dumpfen Krachen und Funken tänzelten hinauf in den Nachthimmel. Der Feuerschein war kilometerweit zu sehen.

Da die Hütte bereits geschlossen war, wurde niemand verletzt. Feuerwehren aus fünf Gemeinden versuchten, die Alpe zu retten und ein Übergreifen des Feuers auf die Weiden und Waldflächen zu verhindern. „Das gelang in letzter Minute“, berichtete ein Beobachter vor Ort. Denn die ersten völlig ausgetrockneten Bäume hätten bereits Feuer gefangen. Wegen der Wasserversorgung war das Löschen schwierig: Tanklöschfahrzeuge brachten das knappe Gut zur Einsatzstelle. Unterstützung kam von Landwirten, die Wasser in Güllefässern transportierten. Trotzdem: Die Hütte brannte bis auf die Grundmauern ab. Die Polizei schätzt den entstandenen Schaden auf mehrere Millionen Euro. Die Ursache ist noch unbekannt, die Kriminalpolizei Kempten ermittelt.

Die Hütte auf 900 Metern Höhe war eine beliebte Einkehrmöglichkeit für Wanderer und Radler. Sie war von Oberstaufen aus zu Fuß in knapp einer Stunde erreichbar. Als „urig, g’mütlich, oifach schee“ wurde sie online von den Betreibern beschrieben. Es wurden auch An- und Abfahrten im Shuttle-Bus angeboten. Im Sommer hatte die Alpe immer geöffnet. Für Sonntag war eine Bergmesse geplant und im September ein Viehscheid. Ob ein Blitz an der Brandkatastrophe schuld ist, konnte die Polizei noch nicht sagen.MARKUS CHRISTANDL

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