Der LBV protestierte Anfang Juni am Fellhorn. © Privat
Oberstdorf – Anfang Juni hatten Mitglieder des Landesbunds für Vogel- und Naturschutz noch am Fellhorn im Kreis Oberallgäu mit Bannern gegen den Bau eines neuen Sessellifts und Pisten am Scheidtobel protestiert. Jetzt verkünden die Naturschützer gemeinsam mit der Fellhornbahn, sich im Rechtsstreit um den geplanten Neubau außergerichtlich geeinigt zu haben.
„Die Einigung bedeutet nicht, dass der LBV nachträglich sämtlichen Eingriffen zustimmt“, betont LBV-Geschäftsführer Helmut Beran. Aber der Vergleich verbessere den Schutz betroffener Arten gegenüber dem bislang genehmigten Stand. „Daher begrüßen wir, dass es mit den Bahnbetreibern gelungen ist, zusätzliche Schutzmaßnahmen für besonders bedrohte Arten wie Birkhuhn, Alpenmosaikjungfer, Zitronenzeisig und Waldbirkenmaus am Fellhorn festzulegen.“ Kern des Vergleichs ist unter anderem, dass 2,4 Hektar unterhalb der Mittelstation der Wintersportnutzung entzogen und als Rückzugsraum für das Birkhuhn gesichert werden.
Im Zuge der Einigung nimmt der LBV seine Anfechtungsklagen zurück, sodass die Genehmigungen zum Bau des Sessellifts und der neuen Pisten jetzt rechtskräftig sind. Auf die Bahnbetreiber kommen nun zwar zusätzliche Kosten zu, der Vergleich sorgt aber auch dafür, dass sich die Bauarbeiten nicht weiter verzögern. „Für uns war entscheidend, Klarheit zu haben. Nun können wir die Baumaßnahmen abschließen. Damit ist der Betrieb für den kommenden Winter gesichert“, sagt Johannes Krieg, Geschäftsführer der Fellhornbahn. Auch Gäste, Skischulen, Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe seien darauf angewiesen. Auch Landrat Christian Wilhelm atmet auf: Der Vergleich nütze Naturschutz und einem Bauvorhaben, an dem hunderte Arbeitsplätze hängen, gleichermaßen.SCO