Wer will bei Benko übernachten?

von Redaktion

Insolvenzverwalter prüft, ob Villa bei Innsbruck als Hotel genutzt werden kann

Im Keller gibt es eine Nachbildung der legendären Blauen Grotte von Capri. © privat

Benkos Luxusanwesen in Igls: Ein Privatverkauf der prachtvollen Villa dürfte ohne Abschläge kaum möglich sein. © Johann Groder/dpa

Igls – Zweieinhalb Jahre nach der Insolvenz des Immobilien-Imperiums von René Benko (49) deutet sich eine Lösung für dessen Privatresidenz im Innsbrucker Stadtteil Igls an. Der Insolvenzverwalter seiner Privatstiftung prüft die Möglichkeit einer Hotelnutzung, um das Anwesen verkaufen zu können. René Benko sitzt bereits seit Januar 2025 in Untersuchungshaft. Rund 3000 Gläubiger fordern von ihm über 40 Milliarden Euro. Die Immobilien von Benkos insolventem Unternehmen Signa in München – darunter Objekte wie die Alte Akademie, das Oberpollinger-Gebäude und das Karstadt-Areal am Hauptbahnhof – wurden nach der Pleite des Unternehmens schrittweise an neue Investoren verkauft oder neu geordnet.

Der Innsbrucker Anwalt Stefan Geiler, der als Insolvenzverwalter die Geschäfte der pleitegegangenen Laura-Privatstiftung führt, die die Villa über eine Tochtergesellschaft besitzt, zieht neben anderen Möglichkeiten eine Nutzung der „Villa N“ als Hotel in Erwägung. „Es macht Sinn, zu erheben, inwieweit nicht eine neuerliche Hotelwidmung hilfreich wäre. Das Objekt ist für die Privatnutzung (unter normalen Verhältnissen) schlichtweg untauglich“, schreibt Geiler in einem vertraulichen Bericht, den er jetzt ans Insolvenzgericht schickte. „Das ist ein internes Papier für Gläubiger, ich weiß nicht, wie es an die Öffentlichkeit gekommen ist“, so Geiler gegenüber unserer Zeitung. Die Tiroler Tageszeitung hatte am Montag daraus zitiert.

Geiler weiter: „Wir haben den Verkauf noch gar nicht gestartet. Wir evaluieren Möglichkeiten und Verwertungskonzepte. Das kann ein Hotel sein, ein Chalet, Villen auf dem Grundstück. Es können mehrere Personen nutzen, unter Umständen ist auch eine Gewerbenutzung möglich.“ Geler weiter: „Die Frage ist: Was kostet ein Umbau? Ist eine Umwidmung möglich?“

In dem Schreiben heißt es allerdings, ein Verkauf des auf 60 Millionen Euro taxierten Luxusanwesens als Privathaus dürfte kaum ohne große Abschläge umsetzbar sein. „Es wird derzeit jedenfalls keine realistische Chance gesehen, im Rahmen der Verwertung die dokumentierten Herstellungskosten auch nur annähernd einbringlich machen zu können“, führt Geiler aus. Er will daher mit der Stadt Innsbruck Rücksprache über eine mögliche Umwidmung in ein Hotel halten und anschließend gemeinsam mit einem Immobilienbüro ein Verwertungskonzept erarbeiten.

Auf dem Areal in Igls stand bereits ein Hotel mit 18 Zimmern, Suiten und einem rund 200 Quadratmeter großen Luxusapartment. Im Mai 2016 hatte Benko das damalige Schlosshotel Igls für brutto 11,1 Millionen Euro erworben. Benko ließ das Hotel abreißen, um sich dort seine private Residenz zu errichten.JOHANNES WELTE

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