Bahnchaos in Garmisch-Partenkirchen

von Redaktion

Bürgermeister schreibt Brandbrief

Ein Zug der Werdenfelsbahn – am Dienstagabend und Mittwochfrüh ging nichts mehr. © Uwe Miethe/DB

Garmisch-Partenkirchen – Nach einem neuerlichen Bahnchaos bei Garmisch-Partenkirchen hat sich Bürgermeister Daniel Schimmer jetzt schriftlich bei der Deutschen Bahn beschwert. Aufgrund von Schäden an den Gleisen war die nach dem Bahnunglück 2022 sanierte Strecke zwischen dem Markt und Eschenlohe am Dienstagabend wieder einmal gesperrt worden. Bis in den Mittwoch hinein zog sich die Reparatur hin. Hunderte Reisende, darunter viele ausländische Touristen, steckten bis tief in die Nacht fest.

„Die Rekord-Hitze der vergangenen Tage bedeutet auch für die Bahntechnik und Infrastruktur eine Rekord-Belastung“, teilt eine DB-Sprecherin auf Anfrage mit. Die hohen Temperaturen würden Schienen und Gleisbett zu schaffen machen, weil sich Stahl unter diesen Bedingungen dehne.

Was den Bürgermeister indes verärgerte, war die mangelhafte Organisation des Schienenersatzverkehrs. Er hatte, nachdem in den Sozialen Medien erste Videos aufgetaucht waren, gegen 21 Uhr selbst am Bahnhof vorbeigeschaut. Da standen noch weit über hundert Fahrgäste. Der Ersatzverkehr wurde nur mit Großraumtaxis organisiert. In denen ergatterten längst nicht alle einen Platz. Einige sollen sogar versucht haben, vorbeifahrende Busse anzuhalten. Erst nachdem er selber den RVO, das regionale Busunternehmen, informiert hatte, kamen endlich Busse. Die DB hatte offenbar versäumt, den RVO selbst in Gang zu setzen.

Auch der Ohlstädter Rathauschef Christian Scheuerer hat Fragen. Wie könne es sein, dass auf der angeblich frisch sanierten Strecke Schäden auftreten. „Wenn das wirklich der neueste Stand ist, dann gute Nacht.“ Scheuerer weiter: „Wir werben ununterbrochen dafür, dass die Gäste ohne Auto zu uns kommen.“ Dass man sich nicht auf die Bahn verlassen kann, „nervt kolossal“.TOBIAS SCHWANINGER

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