Das Autowrack landete auf einem der beiden Gleise. Es wurde mit einem Kran geborgen.
Der Unglücksort: die Autobahn A3, darunter die zweigleisige Bahnstrecke Nürnberg–Regensburg. Das Unfallwrack liegt auf der anderen Seite der Brücke. © Vifogra MEDIA / Moller-Schuh (2)
Nittendorf – Frühmorgens, gegen 7 Uhr, auf der Autobahn bei Nittendorf im Landkreis Regensburg: Ein VW Golf mit drei Männern fährt Richtung Nürnberg. Aus noch ungeklärten Ursachen kommt der Wagen rund 200 Meter vor der Ausfahrt Nittendorf nach rechts von der Fahrbahn ab. Das Auto schlittert an der Seite über Bankett und Grünstreifen, dann stürzt es über die Böschung in die Tiefe – direkt aufs Gleisbett der hochfrequentierten Bahnstrecke Regensburg–Nürnberg. Zum Glück ist gerade kein Zug auf dem Gleisstück. Doch für die Fahrzeug-Insassen kommt jede Hilfe zu spät: Alle drei Personen im VW Golf kommen bei dem Unfall ums Leben.
Bahnstrecke war gerade erst saniert worden
Die Bahnstrecke war nach monatelanger Sanierung erst Ende vergangener Woche wieder für den Verkehr freigegeben worden. Sie blieb vorerst gesperrt. Bei dem Unfall wurde auch die Oberleitung beschädigt. Zwei Regionalzüge konnten südlich der Unfallstelle noch rechtzeitig stoppen. Einer der beiden musste bei Regensburg von Rettungskräften evakuiert werden. Etwa 80 Personen befanden sich in diesem Zug des Unternehmens Agilis. Für diesen wurde auf dem zweiten Gleis ein anderer Zug bereitgestellt, in den sie umsteigen konnten.
Der evakuierte Zug musste mit einer Diesellok abgeschleppt werden. Der zweite Zug, der Richtung Nürnberg fahren sollte, bekam noch Strom und war deshalb fahrbereit. Die Passagiere konnten so nach Regensburg zurück. Die Bahnstrecke blieb zwischen Beratzhausen und Regensburg bis weit in den Nachmittag gesperrt. Drei Busse, vier Großraumtaxis und fünf normale Taxis pendelten als Ersatzverkehr hin und her.
Auch auf der Autobahn in Richtung Nürnberg ging über Stunden hinweg erst mal gar nichts voran. „Es staut sich relativ weit zurück im Berufsverkehr, deshalb leiten wir schon in der Ausfahrt Sinzing raus“, sagte ein Polizeisprecher. Erst am Mittag konnte die A3 wieder für den Verkehr freigegeben werden. Der Stau löste sich langsam auf. In Richtung Regensburg lief der Verkehr ohne größere Einschnitte.
Wie es zu dem Unfall kam, ließ sich zunächst nicht klären. Ein unfallanalytischer Gutachter eilte zur Unfallstelle. Das Alter der Opfer wurde von der Polizei nicht bekannt gegeben, die drei Männer sollen aus Hessen stammen.
Die Bergung des völlig demolierten VW gestaltete sich aufwendig. Sie gelang schließlich mithilfe eines Krans. Die drei Opfer blieben dabei aus Pietätsgründen im Wrack. Spezialisten eines Abschleppunternehmens mussten wegen der Steilheit der Böschung mit Seilen gesichert werden.MARKUS CHRISTANDL