Maria Lettl und Kathi Zoßeder (rechts). © sro
Im Einkaufswagen von Maria Lettl und Kathi Zoßeder liegt ein Zwölf-Kilo-Sack Mehl. Daneben stapeln sich die Schachteln mit Eiern und daneben die Packungen Sahne. Vor dem Start des Ebersberger Volksfests haben die beiden immer Großes vor. Sie haben das Zepter für die Kuchentheke übernommen, die es auf dem Volksfest bereits seit 16 Jahren gibt. Schwarzwälder-Kirsch gibt es dort, Buttercreme- und Sahnetorten, Käse- und Obstkuchen und Nussecken. Die Besucher wissen das Angebot zu schätzen – denn es handelt sich um Torten, die die meisten nicht mal eben zu Hause backen. Außerdem werden sie von den Bäckerinnen aufwendig dekoriert – zum Beispiel mit Obst und Blumen aus dem Garten. „Das bekommt man so beim Bäcker nicht“, sagt Zoßeder. Sie probiert beim Backen gerne neue Dinge aus. Aber eher für daheim. Beim Kuchenstand werden altbekannte Torten angeboten. „Da macht man keine Experimente.“
Maria Lettl backt am liebsten eine Himbeer-Quark-Torte. Ohne Rezept, sagt die 36-Jährige und lacht. Sie ist Hausfrau und kann sich das Backen über den Tag einteilen. Genau wie viele der anderen 48 Volksfest-Bäckerinnen. Bei Maria Lettl kommt es auch immer darauf an, was sie gerade zu Hause hat. Zoßeder (28) verwendet für ihre Kuchen gerne Obst aus dem eigenen Garten. Sie hat bereits Johannisbeeren, Zwetschgen und Äpfel geerntet. Ihr Lieblingskuchen ist die Hinterberger-Torte. Allerdings zum Backen, sie isst am liebsten russischen Zupfkuchen oder einen Kuchen mit Beeren, sagt sie.
Über eine WhatsApp-Gruppe koordinieren die beiden Frauen, welche ihrer Bäckerinnen welchen Kuchen zum Volksfest mitbringt. „Sonntags brauchen wir über 40 Kuchen“, sagt Zoßeder. Das bedeutet für die ein oder andere Bäckerin drei Kuchen pro Tag. Und manchmal muss sogar spontan nachgebacken werden. Dafür sind alle zu Hause natürlich ausgerüstet während der Volksfestzeit.SAMANTHA ERNST