Vermeidbares Leid: Tierheim warnt vor Qualzuchten bei Katzen

von Redaktion

Vinzenz Huber vom Tierheim kümmert sich um Kuku.

So niedlich: Doch Kater Kuku ist sehr krank. © Tierheim (2)

München – Große Augen, süße Knicköhrchen und ein niedliches Gesicht: Kater Kuku bringt Herzen zum Schmelzen. Genau dafür wurde er gezüchtet, und genau das macht ihn zu einem sehr kranken Kater. Kuku ist eine Qualzucht. Er kann weder auf Kratzbäume klettern noch spielerisch herumtoben oder auf Fensterbänke springen. Der verschmuste Scottish-Fold-Kater leidet bereits in seinem jungen Alter unter schmerzhaften Fehlstellungen an Beinen und Schwanz. Dauerhaft benötigt er Schmerzmittel, Spezialfutter und regelmäßige tierärztliche Behandlung.

Anlässlich des heutigen Weltkatzentags macht der Tierschutzverein München auf das Leid von Qualzuchtkatzen aufmerksam. Immer häufiger landen kranke Tiere im Münchner Tierheim, deren gesundheitliche Probleme ihnen bereits in die Wiege gelegt wurden. „Kuku ist leider kein Einzelfall“, bedauert Vinzenz Huber, Leiter des Katzenhauses im Tierheim: „Die charakteristischen Faltohren der Scottish Fold entstehen durch einen Gendefekt, der den gesamten Knorpel- und Knochenapparat betrifft.“ Wegen seiner zu kurzen Nase hat Kuku auch Atemprobleme. Im Tierheim warten solche Tiere oft besonders lange auf ein neues Zuhause, weil viele Menschen den hohen Pflegeaufwand und die Tierarztkosten scheuen.

Doch Fotos und Videos mit außergewöhnlich aussehenden Katzen erzielen in Sozialen Netzwerken zigfache Klicks. Dadurch wächst die Nachfrage nach Moderassen mit Gesundheitsdefekten. Der Tierschutzverein fordert ein konsequentes Qualzuchtverbot.SUS

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