Ein Wolf hat im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen Schafe gerissen. Nun prüfen die Behörden den Abschuss. © B. Thissen/dpa
Egling – Nach dem Bekanntwerden der Wolfsrisse in der Gemeinde Egling im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen prüft die Untere Jagdbehörde die Möglichkeiten, den Weg frei für den Abschuss zu machen. Auch wenn das Landesamt für Umwelt (LfU) keine Hinweise auf einen standorttreuen Wolf hat, sorgen sich Landwirte in der Region um ihren Viehbestand.
Es ist der erste bestätigte Nachweis im Landkreis seit fast zehn Jahren: Zuletzt riss ein Wolf im Frühjahr 2017 vier Schafe in St. Heinrich in der Gemeinde Münsing. Die nun bestätigten Wolfsrisse fanden in der Nacht vom 20. auf den 21. Juni statt. Dabei wurden zwei Schafe getötet.
Verdachtsfälle gab es in den vergangenen Jahren in der Region, allerdings konnten die nicht bestätigt werden. Das ist bei diesem Fall anders: Das LfU stellte mit einem Abstrich des Risses und einer DNA-Analyse die Beteiligung eines Wolfs zweifelsfrei fest. Ob sich der Eglinger Wolf noch in der Region aufhält, ist dagegen unklar.
Nun werden Schutzmaßnahmen diskutiert, aber auch der Abschuss des Tieres. Den prüft die Untere Jagdbehörde, wie aus einer Stellungnahme des Landratsamts hervorgeht. Der Wolf habe die Schafe in einer Region gerissen, in der der Erhaltungszustand des Wolfs als günstig bewertet werde, erklärt Sprecherin Sabine Schmid. Damit sei eine wichtige Voraussetzung erfüllt, um einen „Managementplan zur Bejagung des Wolfs“ aufzustellen.NAP