DAS PORTRÄT

Kontakt bis an das andere Ende der Welt

von Redaktion

Deutschlands jüngster Funkamateur: Kirian aus Poing. © rm

Poing – Für sein Hobby hat der Bub jetzt in den Sommerferien schön Zeit, bevor er in die vierte Klasse kommt. Und wenn er Unterstützung braucht, dann fragt er einfach seinen Papa. Dzianis Lukashevic befasst sich seit Teenager-Tagen mit dem Thema. Heute hat der 49-jährige Ingenieur aus Poing über den ganzen Globus Kontakte und Funkfreunde. Sein Sohn Kirian tut es ihm gleich. Seit einem Jahr morst und spricht er mit Funkamateuren. Kürzlich hat er die Amateurfunkprüfung der Klasse N, der Einsteigerklasse im deutschen Amateurfunk, erfolgreich bestanden. Nun darf er auf freigegebenen Frequenzen senden.

„Mir macht es Spaß, mit anderen Menschen zu kommunizieren“, sagt der Neunjährige. „Und es macht mir Spaß, eine Sprache zu können, die andere nicht können.“ Damit meint er das Morse-Alphabet. So sitzt Kirian gerne am Bergfeldsee und funkt und morst von dort aus. Innerhalb kurzer Zeit kommen etwa 50 Verbindungen quer durch Europa zustande. Sein weitester Kontakt reichte bisher in die USA.

Geduld gehört auch dazu. Wenn Vater und/oder Sohn funken, senden sie zunächst einen allgemeinen Anruf in den Äther. Dann warten sie auf Antworten aus der Ferne. Manchmal folgt Small Talk: Woher kommst Du? Wie ist das Wetter? Oft steht der Sport im Vordergrund. Ziel ist es, viele gute Verbindungen binnen kurzer Zeit aufzubauen. „Dafür gibt‘s Urkunden, auch mal Pokale“, erzählt Kirians Vater, der schon 500 Berge bestiegen hat, um vom Gipfel einen Funkspruch abzusetzen. „Bergfunk macht mir am meisten Spaß“, sagt er. Kirian gehört zu den „Parkfunkern“ und hat schon beim Wettbewerb in Sachen Morse Codes mitgemacht. Die Teilnehmer waren beeindruckt von dem Nachwuchsfunker und beglückwünschten ihn.ARMIN RÖSL

Artikel 6 von 11