von Redaktion

Während die Zweibeiner wegen der Sonnenfinsternis am Abend nach Westen starrten und dabei witzige Brillen trugen, freute ich mich auf mein kuscheliges Nest. Ich wollte von der Redaktion eigentlich direkt nach Hause, doch dann setzte ich mir doch so eine Schutzbrille auf. Sie hielt allerdings schlecht auf meinem Schnabel.

Als sie herunterfiel, entdeckte ich im Gras etwas Faszinierendes: Dort blühten Blumen, die ich noch nie zuvor gesehen hatte. Tagsüber waren diese Blumen immer fest geschlossen gewesen. Jetzt, im Dunklen, hatten sie sich weit geöffnet, weiß und leuchtend, und dufteten intensiv und süß, viel stärker als jede Blume, die ich tagsüber je gerochen hatte.

Die gelehrte Biberin Frau Dr. Berta Raspelzahn erklärte, dass Blumen, die nachts blühten, eine besondere Strategie verfolgen. Tagsüber buhlen Tausende Blumen gleichzeitig um die Aufmerksamkeit der Bienen und Schmetterlinge. Nachts jedoch wird es ruhiger, und genau dann kommen die Bestäuber, die auf Nachtblüher spezialisiert sind: Nachtfalter, Motten, in warmen Ländern auch Fledermäuse. Ihre Blüten tragen fast immer helle Farben und duften intensiv, damit Nachtfalter und Motten ihre Blüten finden. „Die Mondblume öffnet sich nur bei Vollmondlicht und schließt sich bei Tagesanbruch wieder. Die Königin der Nacht, eine Kakteenart, blüht sogar nur eine einzige Nacht im ganzen Jahr für wenige Stunden“, kam Berta ins Schwärmen.

Eure Paula

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