München – In Bayern hat es im ersten Halbjahr so wenig Verkehrstote gegeben wie seit sieben Jahrzehnten nicht. Nach Angaben des Innenministeriums kamen von Januar bis Juni 205 Menschen ums Leben. Das sei die niedrigste Zahl an Verkehrstoten zu diesem Zeitpunkt seit Beginn der entsprechenden Aufzeichnungen vor 70 Jahren, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Allerdings stieg die Zahl der Verkehrsunfälle im Vergleich zum Vorjahreszeitraum – um 3,4 Prozent auf 192.366. Die Zahl der Verletzten blieb ungefähr gleich: 29.304 Menschen verletzten sich bei Unfällen, 2025 waren es von Januar bis Juni 29.639.
Die meisten tödlichen Verkehrsunfälle passierten auf Landstraßen, 135 Menschen starben. Konstant blieb laut Statistik die Zahl der Unfälle mit Fahrradbeteiligung, sie lag bei 9.493 (2025: 9.479), dabei verloren 40 Personen ihr Leben (2025: 39). Zur Bilanz gehören auch zwei tödliche Schulwegunfälle. Zudem starb im ersten Halbjahr ein Kind in einem Auto, weil es nicht gesichert war. „Dieser Leichtsinn kostet unnötig Menschenleben“, sagte Herrmann. „Ich appelliere an jede und jeden, Kinder vor der Fahrt stets ordnungsgemäß zu sichern.“ Markus Büchler von den Landtags-Grünen nannte diese Zahlen „erschreckend hoch“. Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung innerhalb von Ortschaften seien nötig, allerdings werde „die konsequente Umsetzung der verbesserten Straßenverkehrsordnung“ vom Innenministerium seit zwei Jahren „verschleppt“, kritisierte Büchler.
Unfälle wegen überhöhter Geschwindigkeit nahmen zu: 71 Menschen kamen so ums Leben, im ersten Halbjahr 2025 waren es 66. Herrmann: „Zu schnelles Fahren ist kein Kavaliersdelikt, das kann schlimme Folgen haben.“DPA/EPD