von Redaktion

„Vorgestern habe ich einen Kauz kennengelernt, den ich bei uns in der Gegend noch nie gesehen hab“, krächzte Waldkauz Ulrich. „Als ich ihn gefragt hab, ob er auch aus Bayern ist, hat er entrüstet den Kopf geschüttelt und gemeint, er sei nicht aus Bayern, sondern aus Franken. Dabei gibt es doch gar kein Bundesland, das Franken heißt“, wunderte sie Ulrich.

„Franken ist eine Region, die zum Bundesland Bayern gehört“, schnatterte Agnes. Sie erklärte uns, dass es schon ganz lange eine Rivalität zwischen Franken und Bayern gibt. So nennen es die Zweibeiner, wenn zwei sich immer kabbeln und necken.

Über Jahrhunderte war Franken politisch zerstückelt. Es gab viele kleine Staaten, Uneinigkeiten und Konflikte. Eine gemeinsame Identität aber fehlte. Die entwickelte sich erst allmählich im Laufe des 19. Jahrhunderts, weil man fand, dass Bayern zu stark und zu dominant war. Das wiederum lag an Kaiser Napoleon. Dieser hatte große Teile der fränkischen Region 1803 und 1806 Bayern zugesprochen. Bis heute gibt es viele kulturelle Unterschiede zwischen den fränkischen und bayerischen Regionen des Freistaates Bayern. Das fängt beim Dialekt an: Fränkisch ist ein anderer Dialekt als Bairisch. Außerdem gibt es unterschiedliche Traditionen und eine andere Mentalität, ebenso religiöse Unterschiede. Auch dass Bayern in der Außenwahrnehmung immer mit Bergen, Lederhosen, Oktoberfest und Weißwurst verbunden wird, finden viele Franken nicht toll..

Eure Paula

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