Sebastian Schmitt und Stefan Hofstetter-Spona (r.). © mh (3)
Nicht nur der Balkon steht in Flammen. Das Feuer greift schnell aufs Haus über und droht, sich auf andere Wohnungen und das Dach auszubreiten. 110 Einsatzkräfte der Feuerwehren bekämpfen am Mittwoch den massiven Brand in einem Wohn- und Geschäftshaus in Nandlstadt im Kreis Freising. Fünf Personen werden verletzt. Eine muss mit einer leichten Rauchgasindikation ins Krankenhaus gebracht werden. Dass es nicht noch mehr Verletzte gibt, ist unter anderem Feuerwehrmann Sebastian Schmitt zu verdanken. Auf dem Weg zur Übung am Feuerwehrhaus Nandlstadt, hört er den Alarm und hält sofort am rauchenden „Oberbräu“-Gebäude an. Dort trifft er Stefan Hofstetter-Spona aus der Nachbarschaft, der den Notruf gewählt hatte und mit seiner Frau herbeigeeilt war.
„Wir haben an allen Wohnungen geklopft und geklingelt, um die Leute rauszubekommen“, berichtet Hofstetter-Spona. Unterdessen kann sich Schmitt einen Überblick verschaffen, welche Möglichkeiten es für einen Löschangriff gibt. „Wir haben uns aber nicht in Gefahr gebracht“, sagt Schmitt. Treppenhaus und Wohnungen seien zu dem Zeitpunkt noch nicht verraucht gewesen. Gemeinsam schaffen es die Helfer, alle Bewohner in Sicherheit zu bringen. Bis in die Nacht muss das Feuer gelöscht, nach Glutnestern gesucht und Bauschutt aus dem Gebäude getragen werden. Zwei gerettete Katzen konnte die Polizei im Tierheim unterbringen. Für einige Tiere kam aber jede Hilfe zu spät. Das Polizeipräsidium Oberbayern Nord geht von „fahrlässiger Brandstiftung“ aus. Der Sachschaden soll mindestens 100.000 Euro betragen. Dass es keine Menschenleben zu betrauern gibt, ist wohl den Helden von Nandlstadt zu verdanken.ANDREA HERMANN