Über 100 Fahrgäste stranden in Icking

von Redaktion

Leerer Bahnhof in Icking: Von hier fahren aktuell keine Bahnen nach Wolfratshausen. © Sabine Hermsdorf-Hiss

Icking – Der S-Bahnverkehr zwischen Wolfratshausen und Icking ist seit Mittwoch unterbrochen, weil die Deutsche Bahn den Hang entlang der S7 befestigen lässt. Doch die Fahrgäste wurden gleich am ersten Tag auf eine enorme Belastungsprobe gestellt. Mehr als 100 Männer, Frauen und Kinder strandeten am Mittwochabend in Icking. Dort mussten sie die S7 verlassen und sollten mit Schienenersatz-Bussen weiterfahren. Doch die Busse nach Wolfratshausen kamen nicht. Immer mehr S-Bahnen setzten Reisende aus München ab, eine Traube Menschen wartete an der SEV-Haltestelle – und die meisten über zwei Stunden.

Unter den Fahrgästen war eine 50-Jährige aus Wolfratshausen, die mit ihrer Mutter unterwegs war. Kurz vor 22 Uhr waren sie in München in die S7 gestiegen, zu Hause kamen sie erst nach Mitternacht an. Und das auch nur dank zwei junger Cabrio-Fahrer. „Über 100 Menschen standen an der Straße und warteten auf den Bus“, berichtet die Frau am Donnerstag unserer Zeitung. „Darunter waren auch viele Kleinkinder. Einige haben sich erschöpft auf die Straße gelegt und sind eingeschlafen.“ Einige Fahrgäste riefen in ihrer Verzweiflung irgendwann die Polizei an – doch auch die konnte nicht helfen. Dafür hielten irgendwann zwei junge Männer mit Cabrios und fragten, ob sie jemanden mit nach Wolfratshausen nehmen können, berichtet die 50-Jährige. Sie und ihre Mutter ergatterten zwei Plätze. Als sie zu Hause waren, war es nach Mitternacht.

Die DB berichtet auf Nachfrage, es sei bei dem beauftragten Subunternehmer zu einem Planungsfehler gekommen. Deshalb kamen keine SEV-Busse. Man wolle das genau prüfen. Bei den betroffenen Fahrgästen entschuldigte sich die DB gestern für die entstandenen Unannehmlichkeiten.MAU/KWO

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