Bauern befürchten Totalausfälle bei Ernte

von Redaktion

Landwirte fordern Soforthilfen der Politik – Schafhalter haben zu wenig Futter für ihre Tiere

München – Die Landwirte machen sich wegen der anhaltenden Trockenheit auf erhebliche Einbußen bei der Ernte gefasst – teils drohen sogar Totalausfälle. „Wir gehen von einer unterdurchschnittlichen Ernte bei Getreide, hier insbesondere beim Weizen, und bei Raps aus“, sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Größere Schäden zeigen sich vor allem in Süddeutschland. Der Bauernverband forderte wegen der angespannten Situation vieler Höfe erneut Soforthilfen der Politik. „Für die Herbstkulturen zeichnet sich in der Tendenz ab, dass wir auch hier mit erheblichen Ertragseinbußen rechnen müssen“, sagte Rukwied. Das gelte für Kartoffeln, Gemüse, Zuckerrüben, Körnermais und Sojabohnen. In südlichen Teilen Deutschlands könnte das bis zum totalen Ertragsausfall gehen.

Viele Schafhalter in Bayern können ihre Tiere aktuell nicht weiden lassen – oder müssen bereits jetzt für den Winter gedachtes Futter bereitstellen. Zugleich seien auch die Reserven für das Winterfutter teils nur zur Hälfte oder weniger gefüllt, sagte Martin Bartl, Geschäftsführer des Landesverbands Bayerischer Schafhalter, in Poing (Kreis Ebersberg). Die Betriebe seien auch durch den erhöhten Wasserbedarf der Tiere belastet: „Viele denken bereits darüber nach, Tiere zu verkaufen beziehungsweise schlachten zu lassen.“

Angesichts der Futterknappheit schafft Bayern weitere Möglichkeiten für Betriebe, zusätzliche Flächen zur Futtergewinnung zu nutzen. Das teilt das Agrarministerium mit. So könnten freiwillige Brachen zur Futtergewinnung genutzt werden. „Das gilt auch für Flächen, die in Öko-Regelungen, das Bayerische Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) oder den Vertragsnaturschutz einbezogen sind.“ In diesen Fällen entfalle bei einer Nutzung zur Futtergewinnung allerdings die Prämie. „Wer in dieser außergewöhnlichen Situation auf eine Förderung verzichtet, soll die entsprechenden Flächen für seine Tiere nutzen können. Und wo wir Nutzung und Förderung miteinander vereinbaren können, machen wir auch das möglich“, sagte Agrarministerin Michaela Kaniber.CM/DPA

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