Gestern kam Waschbär Waldemar mit einer Frage. „Nudeln müssen kochen, damit sie weich werden, Eier müssen kochen, damit sie hart werden“, brummte er. Die kluge Biberin Dr. Berta Raspelzahn wusste eine Antwort: „Nudeln bestehen zum größten Teil aus Mehl, also aus gemahlenem Getreide, und Getreide enthält vor allem Stärke. Stärke könnt ihr euch vorstellen wie eine Kette aus kleineren Bausteinen. Diese Stärke-Ketten liegen ordentlich eine neben der anderen, und sie sind miteinander verbunden. Wird eine Nudel ins heiße Wasser geworfen, dann dringt das Wasser zwischen diese Ketten und zerstört die Verbindungen. Die Nudel wird weicher und weicher, und wenn sie zu lange kocht, richtig matschig.“
„Das mögen die Zweibeiner gar nicht“, brummte Waldemar. „Bei Reis und Kartoffeln ist das übrigens genauso“, erklärte Berta. „Je länger sie kochen, umso weicher werden sie.“ „Eier werden aber beim Kochen hart?“, quakte ich. „Weil Eier viel Eiweiß enthalten“, sagte Berta. „Mit Eiweiß meine ich nicht das Weiße vom Ei, sondern Proteine. Proteine sind aus Aminosäuren zusammengesetzt. Diese Aminosäuren sind wie Perlen auf einer Schnur aneinandergereiht. Die Schnüre sind miteinander verbunden.“ Berta erklärte weiter, dass die Eiweißschnüre, wenn sie in heißes Wasser kommen, sich aufrollen und miteinander verkleben, bis sie wie ein Netz sind. „Je länger das Ei gekocht wird, umso fester wird dieses Netz und umso härter das Ei“, sagte Berta.
Eure Paula