Tragödie am Badeweiher

von Redaktion

Heimstetten: Zwei Mädchen im Koma – Einsätze auch am Königs- und Kochelsee

In der Dunkelheit wurden fünf SUP-Paddler gerettet. Sie wollten auf dem Kochelsee den Sonnenuntergang anschauen.

Am Heimstettener See steht am Samstag ein Einsatzfahrzeug mit einem Rettungsboot. © Thomas Gaulke/Wasserwacht

Heimstetten – Sie spielten am Ufer Ball, jetzt schweben sie in höchster Lebensgefahr: Zwei Mädchen, acht und 15 Jahre alt, sind am frühen Samstagabend am Heimstettener See im Landkreis München verunglückt. Wie die Polizei berichtet, zogen Badegäste und Helfer der Wasserwacht die untergegangenen Mädchen an Land und reanimierten sie – sie kamen per Hubschrauber und Krankenwagen in Münchner Kliniken. Zum gestrigen Redaktionsschluss war ihr Zustand immer noch kritisch. Die Mädchen sind Mitglieder einer afghanischen Familie und konnten vermutlich nicht schwimmen.

Wie ein Sprecher des BRK-Kreisverbands der Wasserwacht berichtete, sei der Ball beim Spielen in tieferes Wasser geflogen. Die Achtjährige sei hinterher und untergegangen. Daraufhin habe das ältere Mädchen das jüngere retten wollen, sei dabei aber selbst in Not geraten. Eine 19-jährige Verwandte der beiden habe daraufhin eine der beiden aus dem Wasser gezogen, ein Badegast die andere, das Ganze noch bevor die von Zeugen gerufenen Retter am Ort waren und die Wiederbelebung aufnahmen.

Die Angehörigen der Mädchen wurden von einem Kriseninterventionsteam betreut. Feuerwehr, Wasserwacht und DLRG hatten es schwer, den Unfallhergang nachzuvollziehen, da die afghanische Familie kaum Deutsch spricht. Die Polizei bittet daher um Zeugenaussagen: Wer etwas beobachtet hat, ruft unter 2910-0 an.

Etwas früher am Samstagnachmittag gab es auch am Königssee im Berchtesgadener Land ein tragisches Badeunglück. Ein 26-Jähriger aus Neumarkt in der Oberpfalz ertrank, nachdem er mit seinem Freund ins Wasser gegangen war. Als es dem Freund zu kalt wurde und er wieder an Land wollte, war der 26-Jährige verschwunden. Und blieb es, sodass der Notruf verständigt wurde. Feuerwehrleute bargen den Verunglückten in der Nähe der Seeklause und reanimierten ihn. Aber alle Bemühungen waren vergeblich, er starb am Seeufer.

Am Kochelsee im Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen gerieten am Samstag fünf Stand-up-Paddler in Not. Die Gruppe wollte im Wasser vom Brett aus den Sonnenuntergang betrachten, verlor dann aber im Dunkeln und bei starkem Wellengang die Orientierung. Nur aus einem Grund wurden sie gesucht und gefunden: Sie hatten Handys dabei, gaben damit Notsignale. „Ohne Handys hätte es schlimm ausgehen können“, so die Kreiswasserwacht. Das Boot der Wasserwacht habe zunächst zwei Personen erreicht, die sich panisch an einem SUP-Board festgeklammert und mit Handylicht auf sich aufmerksam gemacht hätten. Etwa 200 Meter entfernt entdeckten die Retter drei weitere Personen, die bereits vollkommen entkräftet gewesen seien.

Alle fünf Paddler seien ans Ufer gebracht und dem Rettungsdienst übergeben worden. Feuerwehr und Wasserwacht holten die Boards an Land. Keiner aus der Gruppe trug eine Schwimmweste.IWI/DPA

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