von Redaktion

Ein Frosch saß reglos auf einem Seerosenblatt, kaum einen Meter von mir entfernt. Nur seine Kehle zitterte leicht. Dann, blitzschnell, schoss seine Zunge heraus: Eine Mücke, die eben noch in der Luft geschwebt hatte, war verschwunden.

Dann geschah etwas Seltsames. Der Frosch schloss die Augen. Nicht kurz, nicht wie ein Blinzeln, sondern richtig fest, für einen langen Moment. Ich starrte ihn an. Er öffnete die Augen wieder, saß zufrieden da, als wäre nichts gewesen. Was war das?, dachte ich. Agnes wusste die Erklärung: „Frösche haben keine Muskeln im Hals, die stark genug wären, um Beute selbst hinunterzudrücken. Also ziehen sie beim Schlucken ihre Augäpfel aktiv nach innen in den Schädel. Die Augen drücken dabei von oben auf den Mundraum und schieben die Beute in die Speiseröhre. Das funktioniert, weil der Schädel des Frosches so gebaut ist, dass die Augenhöhlen nach unten zum Munddach hin offen sind. Es gibt buchstäblich keine Wand zwischen dem Auge und dem Inneren des Mundes.“ Sie machte eine kurze Pause. „Deswegen sieht man beim fressenden Frosch immer dieses merkwürdige Blinzeln: Das ist Muskelarbeit. Die Augen sind aktiv am Schlucken beteiligt.“ „Also fängt er mit der klebrigen Zunge und schluckt mit den Augen“, schnatterte ich. Agnes nickte zufrieden. „Und deshalb kann ein Frosch niemals etwas fressen, das zu groß für seine Augen ist. Wenn die Beute so groß ist, dass die Augäpfel nicht genug Druck erzeugen können, bleibt sie einfach stecken.“ Eure Paula

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