Stolz auf ihren Fund sind Undine Körner, ihr Enkel Basti und ihr Sohn Matthias. Sie wollen die Augustiner-Flasche ans Brauerei-Archiv verschenken. © Dagmar Rutt
Stockdorf – Die Körners leben in Stockdorf direkt am Ufer der Würm. Das Niedrigwasser haben sie genutzt, um im Flussbett etwas sauber zu machen. „Von alten Spaten über Fahrräder bis hin zu einer Handgranate haben wir schon alles gefunden“, sagt Gerahrd Körner. Doch diesmal entdeckten sie eine Nachricht aus der Vergangenheit.
Undine Körner war mit ihrem elfjährigen Enkel Basti in den Fluss gestiegen. Ihr Eimer war bereits gefüllt mit Scherben und Alteisen, als sie etwas Weißes am Ufer entdeckte. Erst dachte sie, es sei ein Kronkorken, erzählt sie. Doch es handelt sich um eine Flasche mit Bügelverschluss mit einem Keramik-Stopfen. Ihr Sohn Matthias wollte die Flasche schon wegwerfen – doch als er sie genauer betrachtete, merkte er, dass er es mit einem besonderen Fundstück zu tun hat. Das Glas der dunkelgrünen Flasche hat eine Relief-Prägung „Augustiner Brauerei München“. In der Mitte ist ein Abts- oder Bischofstab mit den Buchstaben J und W für Josef Wagner zu sehen. Dessen Eltern hatten die Brauerei 1829 übernommen. Und auf dem Keramik-Stopfen ist „Augustinerbräu München“ zu lesen. Die Flasche hatte mehr als ein Jahrhundert lang dicht gehalten.
Die Familie fotografierte die Flasche und schrieb eine Mail an die Brauerei. Schon einen Tag später bekamen sie eine Antwort, die die Geschichte der Augustiner-Flasche erzählte. Der Unternehmensarchivar Christoph Gürich schrieb: „Das auf Ihrer Flasche eingeprägte Signet der Brauerei wurde erstmals am 27.10.1887 beim königlichen Landgericht als Warenzeichen angemeldet.“ Die Flasche müsse aus den Jahren 1885 bis 1925 stammen, schätzte er. Am wahrscheinlichsten um das Jahr 1895. Damals führte Prinzregent Luitpold die Regierungsgeschäfte Bayerns, dessen König Otto I. war.
Basti Körner ist stolz auf den Fund. Sonst hat er es beim Baden in der Würm eher mit Scherben zu tun. Die Familie möchte die Flasche dem Archiv der Brauerei schenken. „Damit andere Leute sie auch sehen können.“MARTIN SCHULLERUS