Abschied vom Weißbier-König

von Redaktion

Tausende Menschen kommen zur Tauerfeier für Werner Brombach

Tausende Menschen sind gekommen, um sich von Werner Brombach zu verabschieden.

„Brauer mit Leib und Seele“ steht auf Brombachs Sterbebild.

Ein langer Trauerzug führte durch die Erdinger Innenstadt.

Die Trauerfeier für Werner Brombach fand in seiner Brauerei in Erding statt. © Johannes Dziemballa (4)

Erding – Er hat aus einer kleinen Brauerei eine Weltmarke gemacht. Werner Brombach, der Inhaber von Erdinger Weißbräu, ist gestern beerdigt worden – und tausende Menschen sind nach Erding gekommen, um sich von ihm zu verabschieden. Die Trauerfeier fand am Vormittag auf dem Brauereigelände statt. Sechs Redner fanden sehr persönliche Worte für Brombach – und trugen sie mit teils zitternder Stimme vor. „Lieber Werner, ich vermisse dich, deinen Händedruck, deine Stimme, diesen Blick und die Augen hinter der Brille“, sagte die stellvertretende Ministerpräsidentin Ulrike Scharf. Werner Brombach war am 8. August im Alter von 86 Jahren gestorben.

Das riesige mobile Kreuz der Stadtpfarrkirche hing über dem Podium, das mit vielen Blumen geschmückt war. Obwohl der Platz vor der Mälzerei großzügig bestuhlt war, mussten viele hundert Menschen stehen. Pfarrer Martin Garmaier zelebrierte gemeinsam mit Pater Peter Dus und Pater Vinzenz den Gottesdienst. Garmaier betonte, dass Brombach ein tief religiöser Mensch gewesen sei. Der Sonntagsgottesdienst sei für ihn keine Pflicht, sondern ein echtes Bedürfnis gewesen. Oft habe Brombach ihn auf seine Predigten angesprochen.

Brombach sei ein Brauer mit Leib und Seele gewesen – so stand es auch auf seinem Sterbebild. „Und mit ganzem Herzblut“, wie der Pfarrer ergänzte. Das betonte auch Ulrike Scharf, sie würdigte Brombach als „Patrioten Bayerns“. Viele Manager hätten eine Karriere, sagte sie. „Aber Werner Brombach hat eine Identität.“ Landrat Martin Bayerstorfer erinnerte sich an viele Telefonate mit Brombach, manchmal rief er mitten in der Nacht aus Amerika an. Zweimal sei er sogar im Weißen Haus gewesen. Trotzdem habe er seine Heimat nie vergessen und sich immer für sie engagiert. Der frühere Ministerpräsident Günther Beckstein war jahrzehntelang ein Freund Brombachs. Er erinnerte daran, wie sich Brombach gefreut hatte, als es ihm gelungen war, Franz Beckenbauer als Werbepartner zu gewinnen.

Werner Brombach hat für seinen Beruf gelebt. „Er hat sein Bier nicht einfach in 100 Länder geschickt, sondern es selbst hineingetragen“, sagte Stefan Kreisz, der Präsident des Bayerischen Brauer-Bunds. Er habe jeden Partner persönlich besucht. Nun kamen Gäste aus aller Welt zu seiner Trauerfeier. „Noch immer können wir nicht fassen, dass der Chef nicht mehr da ist“, sagte Wolfgang Kuffner, Geschäftsführer beim Erdinger Weißbräu. Werner Brombach habe Weißbräu zu dem gemacht, was es heute ist – mit teils ungewöhnlichen Ideen. Kuffner erinnert sich an Werbung an 600 Litfaßsäulen in Köln – zu einer Zeit, als Erdinger dort noch nicht ausgeschenkt wurde.

Der Trauerzug führte durch die Innenstadt. In Fünfer- und Sechserreihen begleiteten die Menschen den Weißbier-König zum Friedhof. Er wurde im Familienkreis beigesetzt. Für die Erdinger gab es am Schrannenplatz Freibier – ein letzter Gruß von Werner Brombach.DIETER PRIGLMEIR

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