Generalsanierung für Meridian-Züge

von Redaktion

Das Innen-Design der Züge ist in die Jahre gekommen. Jetzt steht ein Redesign an. © Marcus Schlaf (2)

Die Meridian-Züge nach Kufstein benötigen künftig ein neues technisches System: ETCS.

München/Rosenheim – Im Dezember geht es los: Dann rollen die ersten Züge Richtung Nordrhein-Westfalen. In einem Werk in Aachen sollen nach und nach alle sieben dreiteiligen und 28 sechsteiligen Meridian-Züge von Grund auf überholt werden. In Aachen sitzt die Talbot Services GmbH, die sich auf die Wartung von Zügen spezialisiert hat. Hier sollen die sogenannten FLIRT3-Triebzüge „einem umfassenden Redesign unterzogen“ werden, so lautet das Versprechen. Lackierung, Sitze, Toiletten – alles wird neu. „Unser Ziel ist es, den Fahrgästen im Rosenheimer Kreuz ein modernes und komfortables Reiseerlebnis zu bieten“, erklärt Jörg Hagemeyer, Chefingenieur von Alpha Trains.

Von Alpha Trains hat wahrscheinlich kaum ein Fahrgast je gehört. Doch dieser Gesellschaft gehören die Meridian-Triebzüge des Typs FLIRT3. Die Bayerische Regiobahn – genauer: deren Mutterkonzern Transdev – hat sie von Alpha Trains in Köln nur geleast. Alpha Trains wiederum hat die Talbot Services mit der Projektsteuerung der Generalsanierung beauftragt. Besonders aufwendig werde die Überarbeitung der Zugaußenflächen, also der Lackierung. Witterungsspuren werden entfernt. Die Farbgebung bleibt jedoch – die Züge werden also nicht weiß-blau, wie es das bayerische Verkehrsministerium eigentlich als Langzeit-Ziel für alle Regionalzugflotten vorgegeben hat. Es werden aber alle Piktogramme erneuert. Eine neue Versiegelung soll besser vor Graffiti schützen.

Innen im Zug werden alle Sitze neu gepolstert, Tischplatten ersetzt und auch die Einzelbestandteile der Toiletten erneuert. Eine neue Schutzfolie an den Fenstern soll besser gegen UV-Strahlung schützen. Zusätzliche Antennen werden den WLAN-Empfang verbessern, verspricht Alpha Trains.

Zudem erhalten die Meridian-Züge als eine der ersten Nahverkehrszüge in Deutschland eine Nachrüstung mit ETCS. Das Kürzel steht für European Train Control System, es ermöglicht kürzere Zugabstände, sofern die Strecken ebenfalls mit ETCS ausgerüstet sind. „Nach aktuellem Stand der DB InfraGo soll der Abschnitt Rosenheim–Kufstein 2030 auf ETCS ohne Signale umgestellt werden“, erläutert Heike Zimmermann, Sprecherin von Alpha Trains. Die ETCS-Nachrüstung auf Level 2 entspreche auch europäischen Vorgaben, die für grenzüberschreitenden Verkehr nach Salzburg und Kufstein gelten. Zunächst werden zwei Prototypen mit ETCS ausgestattet. Das sei wie eine „Blaupause“, an der sich künftige Modernisierungen orientieren können, sagte BRB-Chef Arnulf Schuchmann.

17 Millionen Fahrgäste jährlich

Die Investitionen tätigt Alpha Trains nicht ohne Grund: Ihr Leasingnehmer, also die Bayerische Regiobahn, hat im vergangenen Jahr nach längerem Hin und Her die Ausschreibung für das Rosenheimer Streckennetz (ROX) gewonnen. Es umfasst neben den Strecken von München nach Rosenheim, Kufstein und Salzburg auch die Mangfalltalbahn Holzkirchen–Rosenheim. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft vergab die Konzession für den Betrieb an die BRB für den Zeitraum Dezember 2029 bis Dezember 2043. Etwa 17 Millionen Fahrgäste jährlich werden befördert. „Wir alle können aufatmen, die Zukunft der BRB ist gesichert“, hatte BRB-Chef Schuchmann nach Bekanntgabe der Vergabe erklärt.

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