Kühe in Bayern an neuem Virus erkrankt

von Redaktion

Shamonda im Kreis Weilheim-Schongau aufgetreten – Milchleistung der Tiere sinkt stark

Kühe stehen auf einer Alm im Berchtesgadener Land. In Oberbayern gibt es erste Fälle des Shamonda-Virus. © Balk/dpa

Weilheim – Bisher wurde das Shamonda-Virus nur in Afrika und Asien nachgewiesen – doch nun ist es auch in Europa angekommen und breitet sich hier rasant aus. Auch in Bayern sind bereits Höfe betroffen. Einem Landwirt aus dem Landkreis Weilheim-Schongau war vergangene Woche aufgefallen, dass seine Kühe merkwürdig träge und apathisch waren. Dann bekamen einige Tiere auch noch Fieber und Durchfall, die Milchleistung sank enorm. Der Landwirt erinnerte sich an das Virus, über das er vor Kurzem gelesen hatte. Der Tierarzt konnte den Kühen nicht helfen. Der Bauer erfuhr, dass sein Hof nicht der einzige in der Region ist, der von dem Virus betroffen ist.

Es wird wie die Blauzungenkrankheit durch Mücken übertragen. Eine Übertragung von Kuh auf Kuh ist bisher nicht bekannt – außer bei trächtigen Muttertieren auf die Kälber. Auch für Infektionen beim Menschen gibt es bisher keinen Nachweis. Das Friedrich-Loeffler-Institut hatte das Shamonda-Virus bei Rindern in Süddeutschland nachgewiesen. Laut Tiergesundheitsdienst Bayern gibt es Nachweise aus Schwaben und dem westlichen Oberbayern. Die Experten rechnen damit, dass sich das Virus weiter ausbreiten wird. „Es ist anzunehmen, dass in wenigen Wochen ganz Bayern betroffen und möglicherweise auch schon durchseucht ist“, sagt Ingrid Lorenz. Die Tierärzte wurden bereits durch die Veterinärämter informiert.

Auch Wolfgang Scholz, Kreisobmann des Bauernverbands, hatte bereits von der Krankheit gehört, war aber erstaunt, dass sie den Landkreis Weilheim-Schongau schon erreicht hat. Impfstoffe gebe es noch nicht. Ob vorbeugende Maßnahmen wirken, ist ebenfalls noch nicht klar. Laut Veterinäramt sollen die Ställe gut gelüftet werden und die Tiere mit Insektenschutzmitteln behandelt werden, um Mücken fernzuhalten. Für die durch Hitze und Dürre geplagten Landwirte ist das Virus ein weiterer Nackenschlag.BORIS FORSTNER

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