München – An Bayerns Gymnasien gibt es nach Angaben des Bayerischen Philologenverbands in diesem Jahr Volleinstellung. Nahezu alle Bewerber hätten ein Stellenangebot für das nächste Schuljahr erhalten, berichtet der Verband. Laut der Prognose des Kultusministeriums sei der rechnerische Bedarf an Lehrkräften am Gymnasium bis 2030 zeitweise gedeckt, steige dann aber wieder an. Bei den Fächern Mathematik, Physik, Informatik, evangelische Religion, Kunst und Musik werde der Mangel an Lehrkräften dabei langfristig hoch sein, warnt der Philologenverband. Hingegen gebe es in den Fächerverbindungen mit Englisch, Spanisch und Biologie bereits jetzt mehr Bewerber als offene Stellen.
„Der Blick auf die Zahlen offenbart jedoch nur, was der Haushaltsplan des Freistaats zulässt – eine Scheinrealität“, kritisierte Verbandschef Michael Schwägerl. Der pädagogische Bedarf sei angesichts gewachsener Herausforderungen zum Beispiel mit verhaltensauffälligen Kindern und größer werdender Klassen „deutlich höher anzusetzen“. Schwägerl kritisierte das „Stellenmoratorium“ der bayerischen Staatsregierung. Der Begriff „Lehrerbedarf“ mache keinen Sinn mehr, er werde „mindestens zur Chimäre, wenn nicht zur Farce“.
Auch Sebastian Gerber, der im Verband die Studienreferendare und Junglehrer vertritt, mahnte: Stellenmoratorium und die pauschale Budgetkürzung um zwei Prozent der Lehrkräftekapazität dürften nicht das neue „Normal“ werden. Im Hinblick auf die Studierendenzahlen ist es wichtig, verlässliche Einstellungsperspektiven zu schaffen.MM