Klara hatte einen unzufriedenen Tag. Manchmal ist das so bei ihr. Sie hält dann ihr Federkleid für zu farblos, ihre Füße für zu groß oder ihren Gang für zu unbeholfen. Gerade da schwamm Schwan Siegfried vorbei, und Klara quakte mit einem Seufzer: „Ach, wäre ich doch so elegant wie Siegfried.“
„Was wäre denn anders?“, brummte Waldemar. „Ich würde still über den See gleiten, und die Zweibeiner würden mir bewundernde Blicke zuwerfen“, schnatterte Klara. „Du kannst doch still über den See gleiten“, brummte Waldemar, „und was hat Siegfried von Bewunderung?“
Agnes quakte: „Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.“ Wir sahen sie verdutzt an. „Das hat Søren Kierkegaard gesagt“, quakte Agnes, „das war ein Zweibeiner-Philosoph. Er wollte den Zweibeinern klarmachen, dass sie nicht glücklich werden, wenn sie sich immer mit anderen vergleichen. Denn es gibt meistens jemanden, der hübscher ist oder leichter lernt.“
„Sich mit anderen zu vergleichen, macht unglücklich?“, quakte Klara. „Nicht unbedingt“, quakte Agnes. „Manchmal weckt es den Ehrgeiz, dann kann es helfen, besser zu werden.“ Schwan Siegfried schnatterte: „Ich denke, fürs Glücklichsein sind andere Dinge wichtig, die benötigen keinen Vergleich und sind oft umsonst: Freundschaft, miteinander lachen, einen Sonnenaufgang sehen und dem Regen lauschen können. Vielleicht hat Kierkegaard das so gemeint.“
Eure Paula