DAS PORTRÄT

Der Wächter über das Wasser

von Redaktion

Norbert Promeuschel aus dem Kreis Ebersberg. © Schäfer

Mit schweren Stiefeln watet Norbert Promeuschel in den Klostersee. Zange und Probengefäß hält er in der Hand. Beide hat er vorher desinfiziert, damit die Probe nicht verunreinigt wird. Die erste Probe ist immer eine mikrobiologische Bestimmung, danach folgt die Bestimmung auf Cyanobakterien und dann die Temperaturmessung. Das Gefäß zieht er mit der Zange über die Oberfläche, die Öffnung halb im Wasser, halb oberhalb, um die Konzentration an Cyanobakterien festzustellen.

Promeuschel ist im Gesundheitsamt des Landkreises Ebersberg unter anderem für die Kontrolle der Wasserqualität zuständig. Von Mai bis September entnimmt er alle vier Wochen Proben. Sechs EU-Badeseen gibt es im Landkreis Ebersberg: den Bergfeldsee in Poing, den Badesee am Sportpark in Markt Schwaben, den Kastensee in Glonn, den Steinsee in Moosach, den Maximiliansweiher in Steinhöring und eben den Klostersee in Ebersberg. Als EU-Badesee bezeichnet man ein Gewässer, das offiziell als Badestelle ausgewiesen ist. Voraussetzung ist, dass regelmäßig überprüft wird, ob das Wasser hygienisch unbedenklich ist.

Gerade Cyanobakterien, umgangssprachlich auch Blaualgen genannt, haben dem Klostersee in der Vergangenheit immer wieder zu schaffen gemacht. 2023 warnte das Gesundheitsamt davor, im See zu baden. Der Wert von Cyanobakterien war erhöht. Die Bakterien können bei Menschen Hautreizungen und in schweren Fällen Durchfall und Erbrechen auslösen. Für Hunde können sie tödlich sein.

Auch dieses Mal stellt Norbert Promeuschel Bakterien fest. Man sieht sie ganz einfach – sie schwimmen wie kleine Schlieren oder Teppiche an der Oberfläche. „Unbedenklich“, urteilt er. Aber eine Probe wolle er an der Stelle auf jeden Fall nehmen. „Die Blaualgensituation hat sich in den vergangenen Jahren am Klostersee deutlich verbessert.“ Auch die zweite Probe auf Enterokokken und E-Coli-Bakterien, die Promeuschel unter Wasser nehmen muss, fällt unbedenklich aus. „Die sind mir in erhöhten, bedenklichen Werten noch nie untergekommen“, sagt er. Überhaupt: „Unsere sechs Badeseen haben bei der Wasserqualität volle Punktzahl.“ Damit das so bleibt, geht der Wasserkontrolleur auch weiterhin mit Becher und Zange ins Wasser.CHRISTIAN SCHÄFER

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