von Redaktion

Direkt vor mir schwebte eine Libelle über dem Wasser, als wäre sie an einem unsichtbaren Faden aufgehängt. Ihre Flügel bewegten sich so schnell, dass man sie kaum sehen konnte. Dann, ohne Vorwarnung, flog sie rückwärts. Ich riss den Schnabel auf. Die gelehrte Biberin Frau Dr. Raspelzahn erklärte: „Libellen fliegen bereits seit über 300 Millionen Jahren, lange bevor es Dinosaurier gab. Aber das eigentliche Geheimnis ihres Fluges liegt in einer ganz besonderen Konstruktion. Libellen haben für jeden ihrer vier Flügel eine gänzlich eigene Muskelgruppe. Jeder Flügel wird also unabhängig angesteuert, mit seinem eigenen Winkel, seiner eigenen Geschwindigkeit, seinem eigenen Schlagrhythmus.“

Ich versuchte, mir das vorzustellen. „Das klingt unglaublich kompliziert.“ Berta nickte und erklärte, dass diese Fähigkeit Libellen eine Kontrolle über ihren Flug gibt, die kaum ein anderes Tier auf der Welt erreicht: vorwärts, rückwärts, seitwärts, auf der Stelle schwebend und das mit bis zu 55 Kilometern pro Stunde. „Und noch etwas ist bemerkenswert“, fuhr sie fort. „Eine Libelle kann bis zu 95 Prozent ihrer Jagdversuche erfolgreich abschließen. Ein Adler schafft das bei etwa einem Viertel seiner Versuche.“ Berta erklärte, dass Libellen bereits im Voraus berechnen, wo ihre Beute sein wird: Sie fliegen also nicht dorthin, wo die Beute gerade ist, sondern dorthin, wo sie gleich sein wird. Das könnten sie dank eines Blickfeldes von fast 360 Grad, das ist ein Rundumblick.

Eure Paula

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