Gesetzentwurf gegen Lehrermangel

von Redaktion

Grüne im Landtag fordern Reform: Masterabschluss statt Erstes Staatsexamen

München – Die Grünen-Fraktion im bayerischen Landtag hat noch vor Ende der Ferien einen Gesetzentwurf vorgelegt, der das Lehrerbildungsgesetz novellieren soll. Die Staatsregierung habe grundsätzlich erkannt, dass das System reformiert werden muss, teilten die Grünen mit. „Sie lässt jedoch wertvolle Zeit verstreichen.“ Die wissenschaftliche Grundlage für eine Reform liege seit Mai 2025 mit dem Gutachten der Expertenkommission zur Weiterentwicklung der Lehrkräftebildung auf dem Tisch.

Laut einer aktuellen Prognose zum Lehrereinstellungsbedarf werden bis 2032 voraussichtlich mehr als 2000 Vollzeitlehrkräfte fehlen. Der Anteil der Abiturienten, die ein Lehramtsstudium aufnehmen, sei innerhalb von zehn Jahren von  14,8 Prozent auf 6,8 Prozent eingebrochen. Über 40 Prozent der Studierenden würden das Lehramtsstudium in Bayern abbrechen, berichtet die Fraktion.

Der Gesetzentwurf sieht unter anderem vor, eine Bachelor-Master-Struktur einzuführen und das Erste Staatsexamen durch einen Masterabschluss zu ersetzen. Die Staatsprüfung nach dem Referendariat soll bestehen bleiben. Statt nach Schulart sollen neue Lehrkräfte in den vier Lehrämtern Primarstufe, Sekundarstufe I, Sekundarstufe II und Lehramt für Inklusion ausgebildet werden, mit flexiblen Erweiterungsoptionen für weitere Entwicklungsstufen. Ein wissenschaftlich begleitetes Praxissemester im Master soll eingeführt und das Referendariat von 24 auf 18 Monate verkürzt werden.

„Die Zukunft unserer Schulen entscheidet sich auch daran, wie wir Lehrkräfte ausbilden“, sagte Christian Zwanziger, Mitglied im Bildungsausschuss. Doch aus den Ankündigungen der Staatsregierung sei bislang keine Reform geworden. „Mehr Praxisbezug, zeitgemäße Studieninhalte und ein Referendariat, das begleitet statt abschreckt, sind zentrale Voraussetzungen für gute Schulen und guten Unterricht“, betonte er. EPD

Artikel 1 von 11