„Man ist gut beschäftigt“: Landtagspräsidentin Aigner im Schwimmbad bei der Reha. © privat
Bayerns Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU), die auch als nächste Bundespräsidentin gehandelt wird, hat sich im Sommer einer schweren Knieoperation unterzogen. Dieser Tage endet ihre Reha. Im Gespräch berichtet sie über ihre Erfahrungen und wie sie nun wieder in den Politikalltag einsteigen will.
Frau Aigner, eine etwas ungewöhnliche Einstiegsfrage für ein Politiker-Interview: Wie geht es Ihnen?
Es geht bergauf. Aber wie das bei Knieoperationen so ist: Es dauert leider. Da muss man Schritt für Schritt gehen, im wahrsten Sinne des Wortes, und Geduld haben. Leider ist Geduld aber nicht meine Stärke.
Was genau wurde gemacht?
Ich habe am rechten Knie eine Prothese bekommen, oben und unten.
Muss das andere auch gemacht werden?
Nein, es bleibt Gott sei Dank bei dem einen. Es war einfach kein Knorpel mehr da, auch kein Meniskus. Ich vermute, es war ein Frühschaden, weil ich da als Jugendliche mehrfach verletzt war. Auch Leichtathletik und Basketball haben sicher nicht geholfen.
Ihre Reha endet. Wie sah Ihr Alltag aus?
Man ist gut beschäftigt. Es gab viele Therapien: Krankengymnastik, Lymphdrainage, Bewegungsbad, Lasertherapie für die Narbe. Man ist den ganzen Tag beschäftigt. Und zwischendrin muss man das Bein hochlegen, Quark draufpacken, damit alles abfließen kann und die Schwellung nicht noch größer wird.
Haben Sie sich mit Markus Söder besprochen? Der scheint ja nach seiner Reha zu früh wieder zu viel gemacht zu haben.
Ja, ich habe mit ihm telefoniert. Aber ich empfehle nicht nur dem Markus, sondern allen: Man sollte sich dafür Zeit nehmen. Deshalb habe ich das in der Sommerpause gemacht und meinen Urlaub genutzt, um mich rauszunehmen und auf die Reha zu konzentrieren.
Brauchen Sie noch Krücken?
Ja, aber im Zimmer geht es schon ohne. Und jetzt am Wochenende plane ich, auch mal draußen kürzere Strecken zu gehen.
Wie haben Sie die Zeit verbracht, in der es keine Therapie gab?
Man kann hier auch so ins Schwimmbad gehen. Ansonsten habe ich gelesen und versucht, einfach mal runterzufahren – was man im Urlaub sonst auch macht. Viel zu schlafen tut mal gut. Zudem haben mich Familie und einige Freunde besucht.
Eine echte Politikpause? Können Politiker das überhaupt?
Na ja, meine Mails habe ich schon gelesen. Sonst trifft mich nach meiner Rückkehr der Schlag (lacht). Und natürlich gab es auch Telefonate. Aber ein Leben ohne Termine ist schon mal deutlich erholsamer. (Aigner wird unterbrochen und an den nächsten Reha-Termin erinnert.) Sie sehen, es bleibt hier wenig Zeit. Ich muss schon wieder weiter.
Kein Problem. Wann geht es wieder los? Und gleich wieder mit 100 Prozent?
Nächste Woche starte ich von zu Hause aus. Homeoffice sozusagen. Auch da muss ich noch viel mit meinem Knie arbeiten. Ich wäre sicher gerne bei einigen Terminen dabei – muss aber vorsichtig sein.