Kleiner Käfer, große Sorgen: Für viele Landwirte ist der Schädling aus Japan eine große Bedrohung. © Patrick Pleul/dpa
Lindau – Ein kleiner Käfer sorgt am Bodensee für große Sorge: Der invasive Japankäfer ist mehrfach in Lindauer Gemeindeteilen nachgewiesen worden. Um eine weitere Ausbreitung des Schädlings zu verhindern, soll in den kommenden Tagen nach Angaben der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft eine Quarantänezone eingerichtet werden.
Der etwa einen Zentimeter große Käfer schimmert grün-metallisch und kann mehr als 400 Pflanzenarten befallen. Dazu zählen unter anderem Obstbäume, Mais, Gemüse und Zierpflanzen. Weil der Japankäfer in Deutschland kaum natürliche Feinde hat, kann er sich stark vermehren und erhebliche Schäden verursachen. Bei massenhaftem Auftreten können die Käfer einen Kahlfraß verursachen. Die im Boden lebenden Larven vernichten ganze Pflanzenbestände, indem sie die Wurzeln anfressen.
Der kleine Schädling ist sehr gefräßig. Deshalb ist er eine große Gefahr für Landwirtschaft, Gartenbau, Weinbau und Forst. Er wurde 2014 in Italien erst mal auf dem europäischen Festland entdeckt. Wahrscheinlich sind die Käfer über den Reise- und Güterverkehr eingeschleppt worden. Die Gefahr besteht auch weiterhin. Außerdem können Eier und Larven zum Beispiel über Erde oder Substrat von getopften Pflanzen in befallfreie Gebiete gelangen.
Östlich von Lindau wurden in diesem Jahr mehrere Japankäfer in speziellen Pheromonfallen entdeckt. Daraufhin hat die Landesanstalt Mitte Juli mit weiteren Fallen und Kontrollen vor Ort geprüft, wie weit sich der Schädling schon ausgebreitet hat. Die Quarantänezone rund um die betroffenen Gemeindeteile soll ab Freitag offiziell ausgewiesen werden.
Innerhalb des Gebiets sollen besondere Regeln gelten, unter anderem für die Landwirtschaft. „Fahrzeuge und landwirtschaftliche Geräte müssen gründlich von anhaftender Erde befreit werden“, erklärte eine Sprecherin der Landesanstalt.
Wie genau die Maßnahmen aussehen und was Bewohnerinnen und Bewohner beachten müssen, soll bei einer Informationsveranstaltung am heutigen Mittwoch in Weißensberg (Landkreis Lindau) erklärt werden. Ziel der Quarantäne ist es, zu verhindern, dass sich der Japankäfer über die betroffene Region hinaus ausbreitet.DPA