In Kenia ist Lilly Neumann häufig. Sie liebt die Menschen und deren Lebensweise dort. © PRIVAT
Gemeinsam quer durch Bayern: Das Bild vom Löwenmarsch 2025 zeigt Prinz Ludwig und Lilly Neumann bei der Wieskirche. © Hans-Helmut Herold
Hohenschwangau – Am Wochenende ist es wieder so weit: Prinz Ludwig von Bayern lädt zum 100 Kilometer langen Löwenmarsch von Schloss Kaltenberg nach Schloss Hohenschwangau – und Hunderte werden ab Samstag, 14 Uhr, für den guten Zweck mitmarschieren. Die Spendengelder gehen an die Learning Lions, eine von Prinz Ludwig gegründete Organisation, die mit einer kostenlosen IT-Ausbildung in Kenia Armut und Arbeitslosigkeit bekämpfen will. Lilly Neumann aus Altenstadt (Kreis Weilheim-Schongau) ist zum zehnten Mal beim Löwenmarsch dabei. Im Interview erklärt sie, warum.
Warum gehen Sie zum zehnten Mal beim Löwenmarsch mit?
Weil es für mich eine Herzensangelegenheit ist. Ich habe über die Zeitung vom Löwenmarsch erfahren. Als ich das erste Mal mitmarschiert bin, hatte ich keine Ahnung, worauf ich mich da einlasse. Als Rentnerin kann ich viel Zeit in den Löwenmarsch-Verein, die Organisation und das Projekt in Kenia investieren. Das macht mir immens Spaß. Es ist eine geniale Idee, jungen Menschen eine Zukunft in Kenia zu bieten.
Was braucht es für einen erfolgreichen 100-Kilometer-Marsch?
Es sollte eine gewisse Grundkondition da sein. Ich gehe viel in die Berge, das hilft mir sehr. 50 Prozent sind die Füße, die anderen 50 Prozent sind der Kopf. Vor allem nachts muss man sein Ziel immer vor Augen haben. Ich kenne die Organisatoren der Stationen und freue mich darauf, dass ich die Leute treffe und mit ihnen einen Ratsch halten kann. So hangle ich mich von Station zu Station. Ich habe Laufschuhe, die sind mittelmäßig gepolstert und sitzen sehr eng, damit ich nicht in den Schuhen rutsche. Schuhe, in denen man keine Reibung hat, sind das A und O. Dann bekommt man auch keine Blasen. Das Gute ist: Der Kopf vergisst, wie schlimm es in den vergangenen Jahren war.
Wie bereiten Sie sich auf so eine Wanderung vor?
Ich bin eine passionierte Berggängerin. Heuer bin ich schon Teilstrecken mit insgesamt 100 Kilometern gegangen. Inzwischen bin ich es gewohnt, so lange Strecken zu gehen. Ich freue mich darauf, wenn es durch das Tor der Arena und endlich losgeht. Für die 100 Kilometer brauche ich meist 20 Stunden reine Gehzeit.
Sie sind Vorsitzende des Löwenmarsch-Vereins. Wie läuft die Zusammenarbeit mit Prinz Ludwig?
Wunderbar, er ist ein totaler Teamplayer. Ich bin inzwischen fünfmal in Kenia gewesen und habe das Projekt vor Ort unterstützt. Die Zusammenarbeit ist sehr angenehm. Prinz Ludwig ist mein Stellvertreter und ein Vorsitzender, also muss einer von uns beiden den gesamten Marsch über erreichbar sein. Er steckt heuer zurück, nächstes Jahr wird es keine 100 Kilometer für mich geben.
Wie engagieren Sie sich in Kenia?
Es ist ein wunderbares Projekt. Die Menschen dort sind mir inzwischen sehr ans Herz gewachsen. Es kann passieren, was will – keiner ist schlecht gelaunt. Diese Lebensfreude und dieses Improvisationstalent sind bemerkenswert. Kenia ist ein absolut liebenswertes Land mit liebenswerten Leuten. Ich bin gelernte Köchin und für die Küche auf dem Campus zuständig. Die haben wir Schritt für Schritt modernisiert. In einem neuen Projekt, mit dem junge Mädchen zum Abitur gebracht werden. Dort werde ich als Nächstes die Küche in Angriff nehmen. Mit den Menschen vor Ort habe ich schon mal Weihnachtsplätzchen gebacken. Auch der bayerische Kartoffelsalat kommt bei ihnen gut an. Meistens gibt es aber Ugali, das Nationalgericht aus Maismehl und Wasser.