von Redaktion

Nach der Schwüle gab es kürzlich ein heftiges Gewitter. „Blitze machen mir Angst“, schnatterte ich. „Die Zweibeiner haben es bei so einem Wetter richtig gut“, schnatterte Klara, die noch ängstlicher ist als ich. „Die haben ein Haus mit Blitzableiter, in dem sie sicher sind!“ Agnes legte den Kopf schief und quakte: „Den Blitzableiter hat ein Amerikaner erfunden, der Benjamin Franklin hieß.“ Da raschelte es hinter uns. „Blitze, die zur Erde gehen, heißen Erdblitze, um sie von denen zu unterscheiden, die von Wolke zu Wolke gehen“, brummte jemand hinter uns. Es war Waldemar, der Waschbär. Ich spürte sein pudelnasses Fell, als er sich zwischen uns unter die Bank quetschte. „Ich habe mal über einem Feuerwehrhaus gewohnt und dort viel über Blitze gelernt“, meinte er. „Je nach Richtung des Stromflusses spricht man von negativen und positiven Blitzen, wobei nur fünf Prozent der Blitze positiv sind. Wenn die negative Ladung Richtung Erde geht, ist das ein negativer Blitz. Bei den Positiven läuft das andersherum und sie sind noch gefährlicher, weil sie viel intensiver sind und eine doppelt so hohe Spitzenstromladung haben können.“ Übrigens: Die Angst vor Blitzen veranlasste die Zweibeiner schon zu höchst seltsamen Aktionen. In Wien montierten sie auf Befehl des Bürgermeisters im Jahr 1551 Hirschgeweihe auf den acht obersten Turmspitzen des Stephansdoms. Sie dachten, die Geweihe würden den Dom vor einem Blitzeinschlag schützen, da noch nie ein Hirsch vom Blitz getroffen worden sei. Eure PaulaTEXT: SYLVIA BOLTON

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