Das Nebelfass auf der Baggerschaufel. © WWA
Berchtesgaden – Erst vor gut drei Wochen mussten im Ramsauer Zauberwald zwei Nebelfässer aus dem Zweiten Weltkrieg geborgen werden: 68 Einsatzkräfte, Chemikalienschutzanzüge, ein knapp fünfstündig gesperrter Teil des Bergsteigerdorfes (wir berichteten). Erneut ist nun ein solcher Behälter aufgetaucht, diesmal im Uferbereich der Berchtesgadener Ache.
Zunächst sah der etwa einen Meter hohe Stahlbehälter aus wie ein Felsblock. Wasser und Geschiebe hatten seine Oberfläche über Jahrzehnte abgeschliffen. Erst der niedrige Wasserstand legte ihn frei, ein Passant verständigte die Polizei. Im Inneren lagen Sand und Steine. Stefan Scharf, Leiter der Polizeiinspektion Berchtesgaden, berichtet: Schon vom Ufer aus hätten die Beamten Löcher in der Wand erkannt, offenbar Einschüsse. Damit war klar, dass kein gefährlicher Inhalt mehr vorhanden war. „Im Grunde ist es Alteisen“, sagt Scharf.
Gefüllt waren die Behälter einst mit Chlorsulfonsäure, einer stark ätzenden Flüssigkeit. Sie reagiert heftig mit Luftfeuchtigkeit, dabei entsteht ein dichter Nebel aus Salzsäure- und Schwefelsäureaerosol. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs sollte dieser künstliche Nebel den Obersalzberg und den Talkessel vor alliierten Bomberbesatzungen verbergen.KP