Augsburg – Ein 16 Jahre alter Terrorverdächtiger muss sich seit gestern in Augsburg vor Gericht verantworten. Nach Einschätzung der Generalstaatsanwaltschaft München handelt es sich um einen Sympathisanten der Terrormiliz Islamischer Staat. Der Verdächtige hatte nach Angaben der Ermittler eine große Menge an pyrotechnischen Gegenständen aufbewahrt, um damit einen Anschlag auf eine Synagoge zu begehen. In einer Erklärung habe sich der Angeklagte vom IS und jeglichem Rassismus und Antisemitismus distanziert, sagte eine Gerichtssprecherin. Wegen des Alters des zum Tatzeitpunkt 15 Jahre alten Beschuldigten wird das gesamte Verfahren unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt. Ein Urteil könnte Anfang Oktober fallen.
Dem deutschen Angeklagten wird die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat, Terrorismusfinanzierung, vorsätzlicher unerlaubter Umgang mit explosionsgefährlichen Stoffen, Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion sowie gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Der Jugendliche soll Ende Oktober mit einer selbstgebauten Bombe eine Explosion verursacht haben, bei der er selbst und eine weitere Person verletzt wurden. Verteidiger Moritz Bode sagte im Vorfeld des Prozesses, dass sein Mandant keinen konkreten Anschlag auf eine Synagoge geplant habe. Der Angeklagte sei „im Grunde“ noch ein Kind, das sich wie viele Gleichaltrige für Pyrotechnik interessiert habe. Dabei sei er auf entsprechende Seiten im Netz gestoßen. Die Terrorgruppen würden auf diesem Weg versuchen, Menschen zu manipulieren. Die U-Haft habe sein Mandant genutzt, um Sozialkurse zu absolvieren. „Er arbeitet an sich.“DPA