München – Vor den bayerischen Schulen soll nach dem Willen von Bildungs- und Verkehrsverbänden der Autoverkehr deutlich verringert werden. Kommunen müssten ihren Handlungsspielraum besser nutzen und mehr Schulstraßen einrichten, teilten das Deutsche Kinderhilfswerk, der Verkehrsclub VCD und der Verband Bildung und Erziehung mit. Eine Schulstraße ist ein Straßenabschnitt vor einer Schule, der rund um den Unterrichtsbeginn und das Unterrichtsende für den Autoverkehr gesperrt wird. Eltern sollten zudem mit ihren Kindern zu Fuß oder mit dem Fahrrad den Schulweg einüben.
Nach Angaben der Verbände werden rund 38 Prozent der Kinder mit dem Auto zur Schule gebracht. Durch den Hol- und Bringverkehr komme es oft zu gefährlichen Situationen vor den Schulgebäuden. Je mehr Kinder zu Fuß, mit dem Rad oder öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs seien, desto sicherer werde es. Ein aktiver Schulweg stärke zudem die Eigenständigkeit und die Gesundheit der Kinder.
Für sichere Schulwege sehen die Organisationen vor allem die Kommunen in der Pflicht. Die durch die Reform der Straßenverkehrsordnung geschaffenen Rahmenbedingungen müssten besser ausgeschöpft werden. Kurzfristig könnten temporäre Schulstraßen und Elternhaltestellen eingerichtet werden, um Autos fernzuhalten. Mittelfristig seien dauerhafte Schulstraßen notwendig. Langfristig brauche es übersichtlichere Kreuzungen, ausreichend lange Ampel-Grünphasen sowie Tempo 30 auf Straßen, die von Kindern genutzt würden.EPD