Wenn man merkt, dass das Vergessen beginnt

von Redaktion

Anzeichen und Therapieansätze: So erklären Mediziner die Krankheit Alzheimer – und so kann man sie behandeln

München – Im Volksmund wird Alzheimer die Krankheit des Vergessens genannt. Doch bei den meist älteren Patienten schwächelt nicht nur das Gedächtnis, im Verlaufe der Erkrankung nimmt auch die geistige Leistungsfähigkeit insgesamt immer mehr ab – unter anderem das Orientierungsvermögen, die Denkfähigkeit und die Sprache. Manchmal stellen sich auch Wesensveränderungen ein – beispielsweise ein Hang zu aggressivem Verhalten. Baut das Gehirn insgesamt ab, sprechen Experten von einer Demenz: Alzheimer ist die häufigste Unterart, sie liegt in zwei Dritteln aller Fälle vor.

Das Volksleiden, das nach dem Münchner Arzt Alois Alzheimer benannt ist, gibt den Wissenschaftlern nach wie vor Rätsel auf. Als gesichert gilt, dass die Beschwerden auf absterbende Nervenzellen im Gehirn zurückzuführen ist. Bei diesem schleichenden Untergangsprozess sollen Eiweißablagerungen, sogenannte Amyloidplaques, eine entscheidende Rolle spielen. Sie bilden sich oft schon viele Jahre, bevor der Patient überhaupt erste Symptome bemerkt. Doch der Entstehungsmechanismus beziehungsweise der Code des Untergangsprozesses ist noch nicht entschlüsselt – trotz jahrzehntelanger Forschungsarbeit und vielen Untersuchungen.

Dementsprechend haben die Mediziner auch bis heute keine Therapie in den Händen, die Alzheimer heilen könnte. Durchaus erfolgreich werden zwar Medikamente eingesetzt, aber diese können die Erkrankung im besten Fall aufhalten – indem sie verhindern, dass sich ihre Symptome verstärken.

Große Hoffnungen setzen Experten in neue sogenannte Immuntherapien. Sie sollen das Immunsystem in die Lage versetzen, Amyloidplaques und ihre löslichen Vorstufen zu erkennen und mit Hilfe von Fresszellen zu beseitigen. Die Behandlung mit diesen sogenannten Antikörper-Medikamenten wird derzeit auch in München erprobt. Aber die neuen Mittel können – falls die entsprechenden wissenschaftlichen Studien und klinischen Tests weiterhin positiv verlaufen – frühestens in einigen Jahren für die Therapie von Alzheimer-Patienten zugelassen werden. Andreas Beez

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