Ein typisch bayerisches Problem: Man sitzt am Tisch im Biergarten oder auf der Wiesn und findet keinen Platz für Jacke und Handtasche. Den beiden Schauspielern Isabell Stern und Jonathan Beck aus München ging es ähnlich. Zwei schöne Trachtenjanker seien ihnen kaputtgegangen durch am Tisch verschüttetes Bier, erzählt Stern. Da kommt ihnen eine Idee. Zu Hause am Küchentisch näht das Paar die ersten Prototypen des „Jackerlsackerls“: eine mobile Kleideraufbewahrung aus wasserfestem Stoff, die man unter dem Biertisch befestigen und danach wieder zum handlichen Täschchen zusammenfalten kann und sich problemlos an Dirndl oder Lederhose binden lässt.
Zunächst sehen sie das nur als Lösung für ihr ganz persönliches Problem, dann reichen sie die Idee bei einem Business-Wettbewerb ein – und gewinnen. Ein Investor wird aufmerksam, bald gehen sie mit der Produktion in Serie und verkaufen die Jackerlsackerl seit 2015 online. Auch in Trachtenläden, auf der Wiesn und sogar auf dem Oktoberfest in Australien ist das Sackerl erhältlich.
„Wichtig war uns, dass die Produktion in Bayern stattfindet“, erzählt Stern. Genäht wird in Franken, gelagert bei Sterns Eltern im Keller, den Rest erledigen die beiden von ihrer Wohnung in der Maxvorstadt aus. Stolz sind sie, wenn sie jemanden mit Jackerlsackerl sehen. „Im letzten Jahr hat mir jemand an unserem Tisch seins gezeigt und erklärt, wie praktisch diese Idee doch sei“, sagt Stern. Sie lächelte und dachte: Stimmt.
www.jackerlsackerl.com