Der amerikanische Schriftsteller Mark Twain schrieb 1878/79 während eines Deutschlandaufenthaltes den Essay „Die schreckliche deutsche Sprache“. Als eine ihrer „merkwürdigsten Besonderheiten“ hob er die Wortlänge hervor wie in „Waffenstillstandsunterhandlungen“ oder „Altertumswissenschaften“. „Diese Dinger sind keine Wörter, sie sind Buchstabenprozessionen – und nicht selten. Man kann jederzeit eine Zeitung aufschlagen und sie majestätisch quer über die Seite marschieren sehen.“ Twain bemerkte auch, dass die meisten davon nicht im Wörterbuch stehen. Das stimmt, liegt aber nicht an den Büchern, sondern an der Struktur des Deutschen mit einem dem Altgriechischen vergleichbaren Wortbildungsmechanismus, der neue Wörter in unbegrenzter Anzahl erzeugen lässt.