Das Phänomen hat einen Namen: In Italien spricht man seit Beginn der beispiellosen Serie eskalierter Gewalt gegen Frauen durch ihre Partner und Ex-Partner von Femminicidio. Im Deutschen ist der Begriff Femizid oder Feminizid gebräuchlich. Gemeint ist ursprünglich die Tötung von Menschen wegen ihrer Zugehörigkeit zum weiblichen Geschlecht. Geschlechtsbezogene Morde werden überall auf der Welt begangen – in Europa allerdings gehäuft in Italien und auch in Spanien. Vor allem in den vergangenen zehn Jahren häufen sich die Fälle – und die Berichterstattung darüber. Offizielle Statistiken geben die italienischen Behörden nicht heraus, verschiedene OOrganisationen sprechen aber von etwa 150 Opfern jährlich. Das heißt, jeden dritten Tag stirbt in Italien eine Frau durch die Hand ihres Partners oder eines Ex-Partners. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2015 wurden in Deutschland 74 Frauen von ihren Männern umgebracht. Die italienische Regierung hat Stalking und häusliche Gewalt inzwischen ins Gesetzbuch aufgenommen.