Die Schäden des Hurrikans „Harvey“ mit insgesamt 60 Todesopfern sind immens, der Sachschaden wird in Texas und Louisiana auf rund 160 Milliarden Dollar geschätzt. Die Menschen in den betroffenen Gebieten kämpfen nicht nur mit den materiellen Folgen der Flut – inzwischen sind Teile von Texas zum Gefahrengebiet für Alligatoren ernannt worden. Behörden in Houston warnen davor, dass die Tiere mit den Wassermassen in Häuser gelangt sein können. Auch Schlangen und Nagetiere können vermehrt in Wohngebieten auftauchen.
Tiere sind nicht das einzige Problem der Bewohner. Houstons Feuerwehr hat die Bürger aufgefordert, Atemmasken zu tragen. Da das Wasser teilweise zurückgegangen sei und die Straßen nun trockneten, bestehe Gefahr, dass gefährliche Bakterien in die Luft gelangen. Außerdem wurden die Bürger aufgerufen, sich gegen Tetanus impfen zu lassen.
Für viele Menschen in Texas sind Spenden jetzt die letzte Hoffnung. Die meisten sind nicht gegen Sturm- und Hochwasserschäden versichert. Hilfe kommt auch vom örtlichen Football-Team in Houston, den Houston Texans: Die Mannschaft hat eine landesweite Spendenaktion ins Lebengerufen, inzwischen ist die 10-Millionen-Dollar-Grenze überschritten.
Auch die Wirtschaft des Bundesstaates Texas, die vor allem von den vielen Ölraffinieren lebt, leidet noch unter „Harvey“: Nach wie vor ist die größte Raffinerie geschlossen, ein Drittel der Raffinieren des Landes mussten wegen des Sturms und der darauffolgenden Flut vom Netz genommen werden. Die meisten sollen Mitte September wieder ans Netz gehen – wenn die Schäden nicht zu groß sind. Die Folge spüren die Texaner an der Tankstelle: Der Spritpreis ist um 10 bis 15 Cent pro Gallone gestiegen. kb