Zum Thema

Falsche Medizin: Fragen und Antworten

von Redaktion

Welche Medikamente sind betroffen?

Auch nach Deutschland können gefälschte oder minderwertige Medikamente gelangen. Wie können Sie sich als Verbraucher schützen? Wir beantworten die sechs wichtigsten Fragen.

Am häufigsten werden Medikamente gefälscht, die weitverbreitet und teuer sind. Auch Präparate, deren Einnahme man nicht gerne zugibt – wie zum Beispiel das Potenzmittel „Viagra“ – werden häufig gefälscht. Hier nutzen die Fälscher vor allem aus, dass solche Medikamente vorzugsweise im Internet bestellt werden. Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass in Deutschland etwa ein Prozent der vertriebenen Medikamente Fälschungen sind – weltweit sollen es rund zehn Prozent sein.

Es geht vor allem um optische Details: Hat die Pille die selbe Form wie immer? Ist die Verpackung identisch? Auch minderwertigeres Verpackungsmaterial oder ein Beipackzettel voller Rechtschreibfehler können ein Hinweis sein. Hier lohnt es sich nachzufragen.

Pharma-Konzerne kämpfen seit Jahren gegen billige Fälschungen. Im Jahr 2019 soll das securPharm-Projekt starten, in dem EU-Richtlinie 2011/62/EU umgesetzt wird: Jedes verschreibungspflichtige Medikament soll dann mit Sicherheitsmerkmalen ausgestattet sein. Dafür erhalten die Medikamente einen eindeutigen Code, der in der Apotheke gescannt wird. Falls die Seriennummer bereits verkauft oder nie vergeben wurde, wird der Apotheker vom System gewarnt. Das schützt vor Fälschungen – allerdings nicht vor Produktionsmängeln durch die Auslagerung in Billiglohn-Länder.

Ja. Zwar tauchen auch in Apotheken gelegentlich Fälschungen auf, der Prozentsatz ist aber geringer als beispielsweise beim Bestellen im Internet.

Nicht zwingend. Bei lizenzierten und in Deutschland zugelassenen Online-Apotheken können Sie bedenkenlos einkaufen. Plattformen wie Ebay sollten Sie dagegen nicht zum Medikamentenkauf nutzen. Vorsicht ist geboten, wenn verschreibungspflichtige Arzneien ohne Rezept bestellbar sind oder die Preise deutlich unter dem üblichen Preis der Apotheken liegen.

Wenn aktuell Medikamente zurückgerufen werden, finden Sie dazu im Internet Informationen: Auf der Webseite der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (www.akdae.de/Arzneimittelsicherheit) werden diese bereitgestellt. Alternativ geben auch Apotheken Auskunft, wenn ein Arzneimittel zurückgezogen werden. K. Brack

Artikel 2 von 4