Josef E. Köpplinger ist Intendant des Staatstheaters am Gärtnerplatz in München.
Sind Sie derzeit Münchens glücklichster Intendant?
Glück ist, wenn man eines der schönsten Theater Deutschlands leiten darf. Ja, ich bin sehr glücklich, aber ich strebe nicht danach, der glücklichste Intendant Münchens zu sein. Ich wünsche allen Intendantinnen und Intendanten viel Glück.
Mit welchen Gefühlen beziehen Sie das Gärtnerplatztheater?
Mit viel Aufregung, viel mehr Arbeit als erwartet und trotzdem mit Herzklopfen, einem Lächeln auf den Lippen und gehörigem Respekt vor allen kommenden Aufgaben.
Als Sie Intendant wurden, war das Stammhaus bereits nicht mehr bespielbar. Sie sind mit Ihren Produktionen durch Spielstätten im gesamten Stadtgebiet gezogen. Was nehmen Sie aus dieser Zeit mit?
Als wir zu wandern begannen, wusste niemand, wie uns das Publikum annehmen würde. Das Echo war überwältigend. Das hat uns angespornt und beflügelt. Dennoch war das mehrmalige Verschieben des Wiedereinzugs nerven- und kräfteraubend. Spielpläne wurden immer wieder im letzten Moment verschoben. Aber was mein Team auf, hinter, vor und neben der Bühne geleistet hat, sucht seinesgleichen. Das ist nicht selbstverständlich und das geht auch im neuen alten Haus noch mindestens zwei Spielzeiten so weiter. Technik, Lagerung, Werkstätten müssen erprobt, getestet und eingearbeitet werden. Die drei Monate Probelauf fanden nicht statt, da der Bau nicht fertig war. Wir packen es aber trotzdem an. Mit Freude und Elan.
Was erwartet das Publikum in den Eröffnungswochen?
Wir beginnen mit der Matinee für die Eröffnungsinszenierung „Die lustige Witwe“ und dem Tag des offenen Zuschauerraums am Sonntag, den 8. Oktober. Am 14. und 15. Oktober begrüßen wir das Publikum zur großen Eröffnungsgala „Es ist soweit!“ mit dem Solisten-ensemble, Chor, Orchester und Ballett des Gärtnerplatztheaters. Am 14. Oktober wird die Gala vom Bayerischen Rundfunk übertragen. Am 19. Oktober ist die erste Premiere der Saison: „Die lustige Witwe“ unter der Stabführung des neuen Chefdirigenten Anthony Bramall.
Interview: Michael Schleicher