Waffen in den USA – darum bleiben die Gesetze so lax

von Redaktion

Las Vegas – 23 Schusswaffen hatte Stephen Paddock in seinem Hotelzimmer gehortet, in seinem Haus fanden die Ermittler 19 weitere Waffen. Kein Wunder, dass die Tat die Debatte um das laxe Waffenrecht erneut angeheizt hat. Ein Überblick.

Die aktuelle Debatte

„Unsere Trauer reicht nicht aus“, erklärte die frühere Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton nach dem Massaker. Es müsse jetzt über die Parteigrenzen hinweg Front gegen die Waffenlobby NRA gemacht werden. Die Chefin der Demokraten im Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi, plädierte für die Einsetzung eines Ausschusses zur Reform des Waffenrechts. Trump will von dem Thema zumindest vorerst nichts wissen. Seine Sprecherin Sarah Huckabee Sanders nannte die Debatte „verfrüht“.

Die Rechtslage

Das Recht auf privaten Waffenbesitz ist im Zweiten Zusatzartikel zur US-Verfassung verankert, der aus dem Jahr 1791 stammt. Darin heißt es: „Weil eine gut organisierte Miliz für die Sicherheit eines freien Staates erforderlich ist, darf das Recht des Volkes, Waffen zu besitzen und zu tragen, nicht beeinträchtigt werden.“ Seit 1993 steht eine Überprüfung von Waffenkäufern im Bundesrecht. Kriminelle, Menschen mit psychischen Störungen oder Drogenabhängige dürfen demnach keine Schusswaffen erwerben. Allerdings gibt es etliche Schlupflöcher.

Die Verbreitung

In keinem anderen Land befinden sich mehr Schusswaffen in Privathand als in den USA: Schätzungen zufolge sind es mehr als 300 Millionen. Das entspricht statistisch fast einer Waffe pro Einwohner.

Die Opfer

Jedes Jahr sterben in den USA fast 34 000 Menschen durch Schusswaffen, wie Anti-Waffen-Lobbyisten errechnet haben. Täglich werden demnach im Schnitt 315 Menschen durch Schusswaffen verletzt oder getötet.

Reformblockade

Laut vor dem Las-Vegas-Massaker veröffentlichten Umfragen befürwortet eine knappe Mehrheit der US-Bürger schärfere Waffengesetze. Eine politische Mehrheit dafür ist jedoch nicht in Sicht. Trump ist seit dem Wahlkampf mit der NRA verbündet, die Waffenlobby unterstützte seine Präsidentschaftskandidatur.

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