Sie ist die Einzige, die die Entführung der „Landshut“ überlebt hat. Die anderen drei Geiselnehmer sterben. Souhaila Andrawes wird bei der Erstürmung der Maschine schwer verletzt – an der Lunge und den Beinen. „Sie war die Brutalste“, sagt Co-Pilot Jürgen Vietor, „sie schlug die Geiseln, fesselte sie extrem stramm und übergoss sie mit Alkohol – damit sie besser brennen.“ Die Tochter palästinensischer Eltern wurde in Somalia zu 20 Jahren Haft verurteilt, aber schon nach einem Jahr in den Irak abgeschoben. 1991 zieht sie mit Tochter und Mann nach Oslo. Dort spüren sie deutsche Fahnder 1994 auf, 1996 wird sie ausgeliefert und in Hamburg zu zwölf Jahren Haft verurteilt – die einjährige Haft in Somalia wird wegen der dortigen Haftbedingungen dreifach angerechnet. 1999 wird sie vorzeitig entlassen, weil sie als Kronzeugin den Namen der RAF-Terroristin preisgab, die die Waffen für die Geiselnahme besorgte. Heute lebt sie wieder in Oslo. Sie ist inzwischen 64.
Keiner der Entführer der „Landshut“ ist älter als 24 Jahre. Zweifellos der Anführer ist Zohair Youssif Akache, der in einem Flüchtlingslager in Beirut aufwächst. Später studiert er in London Flugzeugtechnik. Früh schließt er sich der Volksfront zur Befreiung Palästinas an, um Anschläge zu verüben. An Bord nennt er sich „Captain Martyr Mahmud“. Akache gilt als launisch, er schlägt Geiseln, manche lässt er nicht auf die Toilette gehen. In Aden erschießt er Kapitän Jürgen Schumann vor den Augen der Passagiere. Akache wird in Mogadischu von der GSG 9 erschossen.
Wadi Haddad gilt als Drahtzieher der Entführung. Selbst an Bord ist er nicht. Haddad ist ein palästinensischer Terrorist, mehrfach organisiert er Flugzeugentführungen. Im Jahr 1970 wird er vom KGB angeworben. 1978 stirbt er in Ost-Berlin – angeblich weil er Pralinen isst, die der Mossad vergiftet hat. sts