Was Forscher über das Zusammenspiel von Psyche und Körper wissen

von Redaktion

Etwas schlägt uns auf den Magen, etwas geht an die Nieren oder es bricht uns das Herz – alles bekannte Redewendungen, in denen ein wahrer Kern steckt: Nicht nur krank zu sein, fühlt sich schlecht an. Auch negative Gefühle können sich auf die Gesundheit auswirken. Leidet die Seele, leidet oft auch der Körper.

Das ist nicht mehr „nur so ein Gefühl“: Auch Wissenschaftler gehen dem Zusammenwirken von Psyche und Körper auf den Grund – etwa in der Psychoneuroimmunologie (PNI). In diesem vergleichsweise jungen Forschungsgebiet geht es darum, über Fachgrenzen hinweg herauszufinden, welche Auswirkungen innere und äußere Einflüsse auf Psyche, Nerven und das Immunsystem haben.

Zunächst ist Stress manchmal sogar lebensrettend: Springt das Stresssystem des Körpers an, hilft ihm das, sich blitzschnell an Veränderungen in der Umwelt anzupassen – etwa bei Gefahr: Dann schlägt das Herz schneller, Gehirn und Muskeln werden besser durchblutet. So kann man schneller denken und rennen – etwa, um einem wilden Tier zu entkommen.

Weniger bekannt ist: Auch Teile des Immunsystems reagieren auf Stress. Dann setzen bestimmte Immunzellen Entzündungsstoffe frei – und diese wiederum alarmieren das körpereigene Erste-Hilfe-Team: damit schon mal alles bereit ist, wenn sich der Mensch im Kampf oder auf der Flucht womöglich verletzt.

Der Körper kann aber nicht ständig in maximaler Alarmbereitschaft bleiben, auch wenn der Stress länger anhält. Die körpereigenen Katastrophenhelfer werden daher schnell zurückgerufen. Nun folgt Stufe zwei: Die Konzentration des Hormons Cortisol steigt. So ist der Körper zwar besser gegen Angriffe von Bakterien gewappnet. Leider wird er dadurch aber auch anfälliger für Allergien.

Die gute Nachricht: Man kann sich das Wissen über solche Zusammenhänge auch zunutze machen – etwa, indem man seine innere Widerstandsfähigkeit stärkt, die sogenannte Resilienz.

Dass dies möglich ist, zeigt die Wirksamkeit von Psychotherapien bei psychosomatischen Leiden – dadurch gehen auch körperliche Beschwerden zurück. Forscher konnten zeigen, dass regelmäßiges Meditieren die Hirnfunktion verändert und die Stressregulation verbessert.

Übrigens: Es gibt sogar Hinweise darauf, dass die Grippeimpfung bei Senioren besser wirkt, wenn sie am Impftag „innerlich ausgeglichen“ waren, wie das „Ärzteblatt“ berichtet. Dann fanden sich mehr schützende Antikörper im Blut.  ae

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