Grünen-Politikerin Margarete Bause, 58, war 16 Jahre lang Fraktionsvorsitzende im Bayerischen Landtag. Gestern hatte sie in Berlin ihre erste Sitzung als Bundestagsabgeordnete.
Wie viele Fotos haben Sie heute schon gemacht, um diesen besonderen Tag festzuhalten?
Ein Foto von mir aus dem Plenarsaal habe ich heute Morgen schon ge-twittert. Ich habe noch ein paar andere im Bundestag gemacht – aber die sind nur fürs Privatalbum, um diesen Moment festzuhalten. Denn ich muss schon
sagen: Es ist ein großer Tag für mich.
Welches Gefühl hatten Sie, als Sie zum ersten Mal auf Ihrem Stuhl Platz genommen haben?
Ich musste in mich reinlächeln, obwohl ich eine alte Häsin bin, was das Parlament angeht – nach so vielen Jahren im Landtag. Trotzdem war das erste Mal im Bundestag eine aufregende Veranstaltung für mich.
Sind Sie zufrieden mit Ihrem Platz?
Es ist ja hier anders als im Bayerischen Landtag, wo man feste Plätze hat. Im Bundestag herrscht in den Reihen der eigenen Fraktion freie Platzwahl. Lediglich die vorderen Plätze sind für den Fraktionsvorstand reserviert. Deswegen kann man sich immer mal wieder anders hinsetzen – und die neuen Kollegen besser kennenlernen. Das ist schön.
Was ist im Bundestag anders als im Landtag außer der freien Platzwahl?
Es ist natürlich alles viel größer. Alles dauert viel länger mit über 700 Abgeordneten – das hat man schon bei der Auszählung der Stimmen für den Bundestagspräsidenten und seine Stellvertreterinnen und Stellvertreter gemerkt. Der Umgangston ist unter den meisten Kollegen sehr kollegial. Und was natürlich neu ist: gewisse Annäherungen vonseiten der CSU. Denn wir werden ja dann in Zukunft wohl mehr miteinander zu tun haben (lacht).
Auf was freuen Sie sich in den nächsten Wochen?
Wenn ich hier eine Wohnung habe, wenn ich ein Büro habe, wenn ich Mitarbeiter habe, dann will ich endlich auch inhaltlich etwas bewirken. Darauf freue ich mich. Ich werde mich zum Beispiel für den Menschenrechts-Ausschuss bewerben. Und auf noch was freue ich mich: auf die schnelle ICE-Verbindung München–Berlin, die nur noch vier Stunden dauern soll.
Interview: Stefan Sessler