„Bei Jungs hat meine Mutter Abwehrreaktionen gezeigt“

von Redaktion

Isabel Bumiller und Lilly Schutz klären im Interview darüber auf, wie das ist mit Partys, unaufgeräumten Zimmern und Pickeln

Wie ist das wirklich mit der Pubertät? Lilly Schutz (13) und Isabel Bumiller (16) aus München erzählen, wie sich diese Zeit so anfühlt.

-Woran merkt man eigentlich, dass man in der Pubertät ist?

Lilly: Ich habe gemerkt, dass sich mein Körper verändert hat. Das war so mit 12 Jahren. Ich habe meine Periode bekommen. Und auch der Umgang mit den Eltern hat sich geändert. Ich war öfter mal schlechter gelaunt, hatte Stimmungsschwankungen.

Isabel: Ganz typisch, dass die Eltern peinlich und Mitschüler, die früher in der Pubertät sind, komisch werden. Dass man sich selber verändert, merkt man gar nicht so. Es würde auch keiner zugeben, dass er pubertiert, glaube ich.

-Wann waren Dir Deine Eltern denn peinlich?

Isabel: Wenn es um Jungs ging. Die Eltern wollen einen ja nicht älter werden lassen. Meine Mutter hat komische Kommentare gemacht, dass ich noch zu jung sei für Jungs, Abwehrreaktionen gezeigt, wenn es um das Thema ging.

-Hattest Du schon einen Freund?

Isabel: Nein. Aber wenn ich mal einen gut fand, haben das meine Eltern immer mitbekommen. Ich bin da offen.

-Spricht man mit seinen Eltern übers Verlieben?

Isabel: Schon, aber Freundinnen verstehen das besser. Die Eltern sind einfach älter.

Lilly: Ich rede da mit meinen Freundinnen drüber, aber auch mit meiner Mutter. Eigentlich erzähle ich meinen Eltern alles, aber nicht immer alles sofort.

-Worüber gibt es öfter Streit?

Lilly: Die Handynutzung. Ich soll mein Handy um 21 Uhr abgeben. Das finde ich nicht so toll. Von meinen Freundinnen muss nur eine das Handy abends abgeben.

Isabel: Ich schalte mein Handy um 22 Uhr ab, da bin ich zuverlässig. Mein erstes Smartphone habe ich mit 14 bekommen. Meine Eltern waren eigentlich dagegen. Es ist schon so, dass man am Anfang mehr am Handy sitzt und weniger rausgeht. Das unterschätzt man selbst. Aber man lernt, das einzuteilen. Obwohl es schwierig ist. Zum Beispiel wenn man für eine Klausur lernt: Dann kommt eine Nachricht und man denkt, nein, fünf Minuten weiterlernen, nicht ablenken lassen! Irgendwie schafft man das leider selten.

-Was machst Du am meisten mit dem Handy?

Lilly: Ich bin viel bei Insta-gram. Fotografieren ist mein Hobby. Manchmal schaue ich auch Youtube.

Isabel: Viel geht über Whatsapp. Das ist einfach praktisch, man kann sich was schreiben, wenn die Zeit nicht reicht, um zu telefonieren oder sich zu treffen.

-Gibt es Streit über unaufgeräumte Zimmer?

Isabel: Ich war früher echt unordentlich. Zeitweise hat meine Mutter mein Zimmer aufgeräumt, das fand ich aber auch schrecklich, weil ich nichts mehr gefunden habe. Aber das hat sich geändert. Seit einem halben Jahr ist mein Zimmer immer ordentlich, außer meinem Schreibtisch.

Lilly: Ich bin eher der ordentliche Typ, mich nervt es, wenn überall Klamotten und Schulzeug rumliegen. Manchmal müssen mein elfjähriger Bruder und ich aber was in der Wohnung putzen oder im Haushalt mithelfen. Wenn ich das nicht gleich mache, sagt meine Mutter es wieder und wieder. Da kann es schon Ärger geben.

-Dürft Ihr anziehen, was ihr wollt?

Isabel: Ja.

Lilly: Da halten sich meine Eltern raus. Klamotten kaufe ich aber mit meiner Mutter. Ich bekomme zwar Taschengeld, 20 Euro im Monat, das ist aber mehr für Kino, Bücher oder so etwas.

-Wie ist das mit Partys?

Lilly: Ich gehe noch nicht richtig weg. Aber ich übernachte bei Freunden oder treffe mich mit ihnen.

Isabel: Ich bin nicht so der Party-Typ. Wenn eine in der Nähe ist, muss ich um Mitternacht zu Hause sein. Ich durfte auch schon wo übernachten, wo wir bis sechs Uhr Party gemacht haben. Ich finde es nicht so toll, am nächsten Tag so müde zu sein.

-Trinkst Du auch mal Alkohol?

Isabel: Ich bin da ziemlich vernünftig. Klar habe ich schon mal was getrunken, aber nie unkontrolliert. Meine Eltern sind da ziemlich gechillt. Als ich mit 15 auf eine Party bin, haben sie vorher mit mir drüber gesprochen und gesagt, dass es okay sei, wenn ich was trinke, aber dass ich es nicht übertreiben solle. Manchmal dürfen meine Schwester (18) und ich auch mit ihnen was trinken, ein Radler oder so.

-Wann hört die Pubertät auf?

Lilly: So mit 16 oder 17? Dann fühlt man sich vielleicht erwachsener und selbstständiger. Und Pickel hören dann hoffentlich auch endlich auf.

Isabel: Meine Biolehrerin hat mal gesagt, dass Mädchen mit 15 aus der Pubertät sind. Das glauben mir meine Eltern aber nicht. Ich glaube, ich bin langsam schon wieder raus aus der Pubertät.

Interview: Aglaja Adam

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